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Emmerich: Bischof beklagt Priestermangel

Emmerich : Bischof beklagt Priestermangel

Sehr angetan zeigte sich Bischof Dr. Felix Genn gestern am ersten Tag seines Emmerich-Besuchs. Besonders gefielen ihm die vier Stadtkirchen und die Menschen. Zu strukturellen Veränderungen äußerte er sich nicht.

Der Bischof schüttelte den Kopf. "Dafür ist es noch zu früh, dazu kann ich mich wirklich nicht äußern", erklärte Dr. Felix Genn, bevor er gestern Mittag nach dem Besuch der St. Martini-Kirche wieder in seinen Wagen stieg. Gefragt worden war der Bischof von Münster nach strukturellen Veränderungen im Bistum, vor allem in Emmerich oder auch Rees.

"Ich muss mir erst mal einen Überblick verschaffen", bat Genn die Presse um Nachsicht. Schließlich wurde er erst im März 2009 feierlich in sein neues Amt eingeführt. Zuvor wirkte er als Ruhrbischof in Essen, wo er sich auch als Sanierer einen Namen machte. Dabei mussten auch Pfarreien zusammengelegt und Kirchen geschlossen werden.

Einer von verschiedenen Gründen: Priestermangel. Und dieses Problem der katholischen Kirche wurde auch gestern wieder deutlich. Auf seiner ersten Station, der Aldegundis-Kirche, wurde er von Hildegard Pickers angesprochen, die Genn mit Blick auf Stadtpfarrer Peter Kossen darum bat, doch wieder für einen Samstags-Gottesdienst an "ihrer" Kirche zu sorgen. "Wenn wir nur mehr Priester hätten", konnte Genn nur achselzuckend entgegnen.

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Wesentlich fröhlicher, fast schon ausgelassen ging es bei der anschließenden Kirchenfahrt zu, die Genn zu Heilig-Geist, Liebfrauen, und St. Martini führte. "Die Menschen hier sind offenbar sehr lebendig", zeigt sich der Bischof regelrecht begeistert.

Was aber auch kein Wunder ist.

Die Liebfrauenkirche beispielsweise war fast vollständig besetzt. Vor allem der Nachwuchs aus dem Kindergarten und der Grundschule bereitete einen fröhlichen Empfang. Lieder wurden gesungen, Hände geschüttelt. So sah es in allen vier Stadtkirchen aus.

In Heilig-Geist gab der Bischof zu, dass er sich an diese Art der Architektur wohl erst gewöhnen müsse. Dabei erfuhr er von Rüdiger Kunz auch, dass die blauen Betonwände mit den darauf sitzenden Fenstern die Verbindung zwischen Himmel und Erde symbolisieren. Auch über die Jugendkirche "Veni!" informierte sich Genn, denn der zuständige Pastoralreferent Michael Beermann war ebenso erschienen wie einige Jugendliche. Sie trugen entsprechende T-Shirts, auf denen der "Veni!"-Schriftzug prangte.

Ein Höhepunkt war die abendliche Firmfeier in St. Aldegundis. Heute findet noch ein Gottesdienst an Liebfrauen statt (18 Uhr).

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(RP)