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Helferbörse für Risikogruppen und Menschen in Quarantäne in Rees

Hilfe für Risikogruppen und Menschen in Quarantäne : Projekt „Engagiert in Rees“ läuft weiter

Das Projekt setzt sich dafür ein, Risikogruppen oder unter Quarantäne stehenden Menschen den Alltag trotz Corona-Krise so erträglich wie möglich zu gestalten. Auch in Haldern gibt es ein ähnliches Angebot.

Wenn es darum geht, anderen zu helfen, ist auf Rees und die Ortsteile Verlass. Schon im März, kurz nach dem ersten Lockdown, hatte die Reeser Stadtverwaltung auf Anregung von Helmut Wesser (Grüne) eine Helferbörse ins Leben gerufen hat, um Risikogruppen in Zeiten von Corona zu unterstützen. Gut 65 Menschen aus ganz Rees erklärten sich spontan dazu bereit, hier zu helfen – eine überwältigende Resonanz.

Wie berichtet, zielt die Aktion unter dem Motto „Engagiert in Rees“ insbesondere auf Jugendliche und junge Erwachsene sowie auf Bürgerinnen und Bürger der Stadt Rees ab, die einer Risikogruppe, also insbesondere Seniorinnen und Senioren, helfen wollen. Ziel dieses Hilfsangebotes ist es, Menschen der Risikogruppe zu ermöglichen, ihren Alltag auch weiterhin so gut wie möglich gestalten zu können, ohne das Haus verlassen zu müssen. Die nötigsten Dinge sollen darüber abgewickelt werden. Zu übernehmende Aufgaben können sein: Einkaufshilfe, Erledigung von wichtigen Wegen, Apothekenbesorgungen, Haustiere ausführen und ähnliches.

Während die Reaktion auf das Angebot zu helfen in Rees groß war, war die auf das Angebot, die Hilfe auch in Anspruch zu nehmen, zurückhaltend. Zunächst kamen die meisten Helfer vor allem bei Essen auf Rädern zum Einsatz, weil viele der Fahrer, die für die Einrichtung der Caritas unterwegs sind, aufgrund ihres Alters selbst zur Risikogruppe gehören. Bei den Angeboten wie Besorgungen war die Nachfrage dafür sehr zögerlich. 

Das änderte sich, als in Rees die Zahl der Infektions- und damit auch der Quarantänefälle stieg. Teilweise durften bis zu 200 Reeser ihre Wohnung während der behördlich verordneten Isolation nicht verlassen. Die Stadtverwaltung, die mit den Betroffenen in telefonischen Kontakt stand, konnte so im Hintergrund auch die Hilfe vermitteln.

Das Angebot besteht immer noch. Bei der Stadt können sich sowohl Helferinnen und Helfer melden als auch Menschen, die Hilfe benötigen. Um die Verbreitung des Virus zu minimieren, soll auf diesem Wege die Vermittlung von Hilfen bestmöglich vorbereitet und organisiert werden. Sie erfolgt zentral durch die Büchereimitarbeiterin Ninja Meininghaus und ihre Kollegin Claudia Breuer.

Ein ganz ähnlicher Gedanke ist auch mit dem Projekt „Gemeinsam im Dorf“ verbunden, das über die Quartiersmanager im Halderner Seniorenheim St. Marien läuft. Sein Hauptziel ist eigentlich, zusätzliche Angebote im Dorf für Menschen über 60 Jahre zu schaffen, um der Vereinsamung vorzubeugen. „In Zeiten von Corona können wir unseren Pool an ehrenamtlichen Helfern natürlich auch für Unterstützung im Alltag, zum Beispiel beim Einkaufen, einsetzen. Das wird auch gut angenommen“, erklärt Quartiersmanager Kajo Verbeet.

Derzeit läuft noch die Auswertung einer Befragung, die im Rahmen des vom Land NRW geförderten Projekts in Haldern im Dezember vorgenommen wurde. Dabei soll der Bedarf an zusätzlichen Angeboten in Erfahrung gebracht werden. Gut 200 Rückmeldungen liegen bereits vor.  Die Ergebnisse sollen in diesem Jahr im Rahmen einer Seniorenmesse mit Vorträgen, Beratungsangeboten und Diskussionen rund um das Altwerden präsentiert werden.