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VHS in Duisburg: Reihe fragt nach dem Woher und Wohin

Start mit Klaus Hänsch : VHS-Reihe in Duisburg fragt nach dem Woher und Wohin

Eine große Veranstaltergemeinschaft lädt zu einer bemerkenswerten Geschichtsreihe in die Volkshochschule ein. Den Auftakt macht am 22. Februar der ehemalige Europa-Abgeordnete und Hochschullehrer Klaus Hänsch.

Erste Frage: Die Europäische Union gerät in diesen Tagen wegen ihres Impf-Management unter Druck; doch wie ist der Zusammenschluss von 27 Staaten, der am 9. Mai 1950 vom französischen Außenminister Robert Schuman eingeleitet wurde, von einer höheren Warte aus zu beurteilen? Zweite Frage: Wie steht es um die deutsche Gedenkkultur im 19. und 20. Jahrhundert, wie soll man auf die „Schicksalstage unserer Nation“ blicken, wer beansprucht die Deutungshoheiten? Dritte Frage: Darf man angesichts der deutschen Demokratiegeschichte urteilen, dass wir „unbegabt für die Freiheit“ sind?

Diese drei Fragen stehen im Zentrum in einer herausragenden Geschichtsreihe, die von einer großen Veranstaltergemeinschaft unter Federführung der überparteilichen Vereinigung „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ in der Duisburger Volkshochschule durchgeführt wird. Die Vortragsfolge ist eine Fortsetzung aus dem vergangenen Jahr unter dem Motto „Die Deutschen, ihre Geschichte und was sie dafür halten. Ein Forum für Zukunftsfragen“.

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Die Reihe startet am Montag, 22. Februar, um 20 Uhr, mit einem Vortrag von Prof. Dr. Klaus Hänsch. Hänsch war von 1979 bis 2009 Abgeordneter im Europäischen Parlament, dessen Präsident von 1994 bis 1997 und Mitglied des Europäischen Verfassungskonvents von 2002 bis 2004. Hänsch, der auch als Hochschullehrer lehrte, möchte den epochalen Prozess, der mit sechs Mitgliedsstaaten begann, der verschiedene „Häutungen“ durchlief und der nicht zuletzt durch den Brexit mal wieder einem Stresstest unterzogen wurde, aus Sicht eines Insiders nachzeichnen. Wegen der Pandemie wird der Vortrag online veranstaltet. Die Teilnahme ist entgeltfrei. Die Angabe in der gedruckten VHS-Broschüre, wonach die Teilnahme fünf Euro kostet, ist ein Irrtum!

Wolfgang Braun, Sozialwissenschaftler und Sprecher der regionalen Gruppe von „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ beschäftigt sich am Montag, 22. März, 20 Uhr, vermutlich ebenfalls online mit den „Deutschen Gedenkkulturen im 19. und 20 Jahrhundert“. Braun möchte zunächst aufzeigen, dass die Geschichte der Deutschen von einer beständigen Umwälzung der politischen Gegebenheiten geprägt ist: Von der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (1806) über den Deutschen Bund (1815 – 1866), den Norddeutschen Bund (1866 – 1871), das Kaiserreich (1871 – 1918), das Deutsche Reich als Republik (1918 – 1933), die nationalsozialistische Gewaltherrschaft (1933 – 1945), die alliierte Militärverwaltung (1945 – 1949), die DDR (1949 – 1990) und die Bundesrepublik Deutschland (seit 1949). In dieser Zeit markieren Gedenktage Fixpunkte, über deren „Deutungshoheiten“ interessante, bisweilen auch bestürzende Diskussionen geführt werden. Auf der Liste der Gedenktage, die Braun in den Blick nehmen möchte, stehen: 22. Februar, 18. März, 8. Mai, 9. Mai, 23. Mai, 14. Juli, 1. September, 3. Oktober und 9. November.

Prof. Dr. Bernd Faulenbach, Historiker an der Ruhr-Uni Bochum und von 2014 bis 2020 Vorsitzender von „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ möchte am Montag, 10. Mai, 20 Uhr, die Demokratiegeschichte der Deutschen in den Blick nehmen und dabei Antriebe und Gegenkräfte analysieren. Seinen Vortrag überschreibt er mit der polemischen Frage „Unbegabt für die Freiheit?“. Ob dieser Vortrag online, als Präsenzveranstaltung oder als Mischform durchgeführt wird, hängt vom Pandemiegeschehen und den aktuellen Bestimmungen ab. Wie die anderen Vorträge dieser Reihe ist auch dieser entgeltfrei.

Für die Teilnahme muss man sich bei der Volkshochschule anmelden. Entweder über das Internet unter www.vhs-duisburg.de, per Mail an a.sowa@stadt-duisburg.de oder telefonisch unter der Rufnummer 0203 2833725. Teilnehmern wird technisch die Möglichkeit gegeben, mit den Referenten zu kommunizieren.