Alessio Nocita sprang beim Sommerlichen Orgelkonzert ein in Hamborn ein

Die Königin der Instrumente schwieg : Sommerkonzert mit Barockmusik als rotem Faden

Vor 45 Jahren wurde in die Evangelische Friedenskirche Hamborn eine mittelgroße Orgel der Firma Eule aus dem sächsischen Bautzen eingebaut, das ist nach wie vor eine der besten Orgeln Duisburgs. In diesem Jahr fanden in der architektonisch ansprechenden Kirche zum 25. Mal Sommerliche Orgelkonzerte statt.

Genauer gesagt heißen diese seit drei Jahren – also seit der Kirchenmusiker Peter Stockschläder dort für die Planung verantwortlich ist – „Sommerliche (Orgel-)Konzerte“, denn nicht mehr alle der sechs Mittwochabende in den Sommerferien sind nun reine Orgelkonzerte (die RP berichtet regelmäßig). Auch jetzt am letzten Abend dieser Konzertreihe schwieg die Königin der Instrumente. Von den drei Duisburger Musikern, die für dieses Konzert vorgesehen waren, mussten zwei wegen Krankheit absagen. So musste sich die Sopranistin Evelyn Ziegler, die zum wiederholten Mal in der Friedenskirche zu erleben war, einen neuen Begleiter suchen, und Peter Stockschläder fand ihn im Kollegenkreis an der Duisburger Musik- und Kunstschule, wo Alessio Nocita alle Instrumente unterrichtet, die Tasten haben. Der gebürtige Italiener wechselte jetzt in Hamborn zwischen seinem mitgebrachten flämischen Cembalo und dem dortigen Stutzflügel. Der rote Faden des fast ganz geänderten Programms war nun die Barockmusik, somit konnte die junge Sängerin sich auf Musik konzentrieren, die gut zu ihrer kleinen, aber feinen Stimme und zu ihrer dezenten Gestaltungsweise passt.

Der 1976 geborene Nocita profilierte sich als Solist und als Komponist. Auf dem Klavier spielte er drei minimalistische Etüden von Philip Glass, die er ungewöhnlich genau artikulierte. Als Zugabe bekam das ebenso zahlreiche wie begeisterte Publikum „Amazing Grace“.

(hod)
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