Alexander Kuczewski, der erste Künstler, der ein Aufenthaltsstipendium der Stadt erwarb

Cremant: Schaumweine und echter Sekt : Vom Ankommen und Wegfahren

Alexander Kuczewskis Glücksspielautomat läuft mittels Laptop und Zufallsgenerator.

Die jüngst eröffnete Ausstellung im Atelier- und Künstlerhaus auf der Goldstraße ist der vierte und zugleich letzte „offizielle Auftritt“ in Duisburg von Alexander Kuczewski, dem ersten Künstler, der ein Aufenthaltsstipendium der Stadt erwarb, zumindest im Rahmen seiner Stipendiatenzeit.

Diese begann im Sommer 2018 mit einer Ausstellung im Kunstraum SG1, setzte sich fort mit seiner Beteiligung an der städtischen Veranstaltungsreihe „Offenes Atelier“ im Herbst, der Kuratierung eines Ausstellungsprojektes im Rahmen der 40. Duisburger Akzente in der Cubus Kunsthalle im ersten Quartal 2019 und schließt jetzt mit der Ausstellung „Crémant/*!“*/“ in der Goldstraße. Diese Ausstellung ist bis zum 8. September dort zu sehen und ist zugleich Teil des Veranstaltungsprogramms vom diesjährigen Platzhirsch-Festival (30. August bis 1. September) rund um den Dellplatz.

Crémant“ hat er seine Ausstellung betitelt in Anspielung auf den gleichnamigen Begriff der Winzer, die Schaumweine heutzutage in Abgrenzung zum (echten) Champagner und zum Sekt so nennen. Insofern spielt er mit den Gegensätzen von Sein und Schein, mit Pseudowelten, wie auch mit dem Wortpaar Wunsch und Glück. Zu Letzterem hat er einen elektronischen Glücksspielautomaten konstruiert, auf dem sich drei Dartpfeile befinden, die sich drehen. Jeweils auf einer Seite der drei Pfeile ist ein gutgebauter junger Mann mit freiem Oberkörper abgebildet, der ein Tablett in der Hand hält, auf dem eine Flasche Crémant mit einem halbgefüllten Sektglas steht.

Wenn die drei Pfeile ihre Jungs übereinstimmend nach vorne schauen lassen, gibt es den „Jackpott“. Betrieben wird der Glücksspielautomat mittels Laptop und einem Zufallsgenerator. Als weitere Arbeit dieser Ausstellung, die ebenfalls mit einem Zufallsgenerator ausgestattet ist, hat er fünf Boote aus Keramik hergestellt, die auf kleinen Unterkonstruktionen auf dem Boden verteilt stehen. Alle diese Boote sind an der Seite mit einem kleinen Klöppel ausgestattet, der zu einer hörbaren Komposition per besagtem Generator schlägt. Auf diese Weise sind die Boote, die für den Künstler einen Hinweis auf Ankommen und Wegfahren (aus Duisburg?) bedeuten, mit dem Glückspielautomaten verbunden.

Dieses Kunstwerk hat Kuczewski in seinem Atelier in Rheinhausen gefertigt, aus dem er zum Monatsende auszieht. Dennoch bleibt er (vorerst) in Duisburg, hat er vor kurzem nämlich eine Wohnung im Dellviertel angemietet. Duisburg scheint mittlerweile ein durchaus gutes Pflaster in Sachen Kunst und Kultur geworden zu sein.

Geöffnet ist die Ausstellung bis 8. September, und zwar samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Während des Platzhirsch-Festivals gelten andere Öffnungszeiten: 30.8. von 18 bis 20 Uhr, 31.8. von 14 bis 20 Uhr, 1.9. von 12 bis 18 Uhr.

(O.R.)
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