Duisburg-Meiderich: Nächster Schritt für geplante Umgehungsstraße

Entlastung für Meiderich : Nächster Schritt für die Umgehungsstraße

Die Planung für die neue Umgehungsstraße Meiderich gehen in die entscheidende Phase: Der Rat soll in seiner Sitzung am 30. September den Satzungsbeschluss für das fast 20 Millionen Euro teure Infrastrukturvorhaben beschließen.

Täglich sind durchschnittlich 16.426 Fahrzeuge auf der Bürgermeister-Pütz-Straße in Meiderich zwischen dem Hafen und der Anschlussstelle Duisburg-Ruhrort der A 59 unterwegs. Der Anteil des Schwerlastverkehrs über 2,8 Tonnen liegt derzeit bei 17,6 Prozent. Das bedeutet, dass an normalen Werktagen etwa 2891 LKW über die Straße donnern. Die Bürgermeister-Pütz-Straße trennt dadurch den Stadtteil Meiderich und den Meidericher Stadtpark. Das soll sich ändern. Künftig soll der Schwerlastverkehr vom und zum Hafen an der Anschlussstelle Duisburg-Meiderich der A 59 fließen.

Wie berichtet soll der Bau der Umgehungsstraße Meiderich entlasten und den Stadtteil und seinen Park enger zusammenrücken lassen. Wenn die Umgehungsstraße fertig ist, die den Verkehr über die dann ausgebaute Vohwinkelstraße führt, soll auf der Bügermeister-Pütz-Straße Tempo 40 gelten.

Die Verkehrsverlagerung lässt sich anhand von Zahlen verdeutlichen: Derzeit liegt die durchschnittliche tägliche Belastung der Vohwinkelstraße westlich der Anschlussstelle Duisburg-Meiderich bei 9425 Fahrzeugen mit einem Anteil des Schwerlastverkehrs von 18,7 Prozent (1762 Lastwagen). Nach dem Bau der Umgehungsstraße sollen es 15.214 Fahrzeuge sein mit einem Schwerlastverkehrsanteil von 28,3 Prozent (4306 LKW). Auf der Bürgermeister-Pütz-Straße wären dann „nur“ noch 10.405 Fahrzeuge unterwegs, der Anteil der Brummis läge lediglich bei 0,4 Prozent (42 Laster). Nachdem es eine Bürgerbeteiligung gegeben hatte und die beteiligten Behörden, Verbände und Betroffene Stellungnahmen abgeben konnten, hat die Verwaltung nun nach vorgenommener Abwägung einen Satzungsbeschluss formuliert. Dafür könnte der Rat am 30. September grünes Licht geben.

Die Unterführung der Bahnlinie an der Vohwinkelstraße ist wegen ihrer geringen Höhe für den Schwerlastverkehr untauglich und muss daher ersetzt werden. Nach Prüfung der Einwendungen will die Stadt an ihren Festsetzungen festhalten. Kritik gab es vor allem beim Lärmschutz. Deshalb soll die Umgehungsstraße auch mit Flüsterasphalt gebaut werden. Trotz der Erhöhung der Verkehrsmenge sei aufgrund von Lärmschutzwänden mit einer schalltechnischen Verbesserung zu rechnen, argumentiert die Verwaltung. So erhält die Umgehungsstraße von der Tunnelstraße bis zur A 59 eine bis zu sechs Meter hohe Lärmschutzwand. Zwischen der Tunnel- und der Herwarthstraße wird die Wand bis zu einer Höhe von drei Metern mit hochabsorbierenden Elementen und ab drei Metern mit transparenten, schallreflektierenden Elementen gestaltet. Dadurch soll eine zu starke Beschattung für die angrenzenden Flächen vermieden werden.

Die Unterführung Am Nordhafen/Vohwinkelstraße muss erneuert werden. Sie ist für eine Umgehungsstraße zu niedrig. Foto: Norbert Prümen (nop)

Östlich der Tunnelstraße wird die Umgehungsstraße von der Wohnbebauung abgerückt und eine parallel verlaufende, verkehrsberuhigt angelegte Anliegerstraße gebaut. „Durch den Bau einer Lärmschutzwand zwischen dieser Anliegerstraße und der neuen Umgehungsstraße wird die Überschreitung der Richtwerte für Lärm und Luftschadstoffe an der Wohnbebauung größtenteils vermieden“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. In Teilen werde die heutigen Situation für die Anwohner sogar verbessert.

Den Planungen fallen insgesamt 82 Bäume zum Opfer. 22 Bäume, für die eine Befreiung durch die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Duisburg notwendig war, sind bereits gefällt worden. Die Wirtschaftsbetriebe werden für die 82 Bäume 161 neue Bäume als Ersatzpflanzungen in die Erde setzen.

Zur Beurteilung der Luftqualität im Umfeld der Umgehungsstraße wurde 2018 eine Untersuchung zu Feinstaub- und Stickstoffdioxid vorgenommen. Bei beiden werden die Grenzwerte demnach auch künftig eingehalten.

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