Weihnachtsmarkt in Düsseldorf: Zweiter Versuch für Schwabenmarkt

Weihnachtsmarkt in Düsseldorf : Zweiter Versuch für den Schwabenmarkt

Das neue Konzept eines modernen Weihnachtsmarkts auf dem Schadowplatz hatte im vorigen Jahr für Diskussionen gesorgt – zu kalt und steril, lautete die Kritik. Mit mehr weihnachtlicher Dekoration haben die Macher nachgebessert.

Das neue Konzept eines modernen Weihnachtsmarkts auf dem Schadowplatz hatte im vorigen Jahr für Diskussionen gesorgt — zu kalt und steril, lautete die Kritik. Mit mehr weihnachtlicher Dekoration haben die Macher nachgebessert.

Vor dem Schneehüttendorf steht ein kleiner Torbogen mit einem Mistelzweig. Darunter können sich Verliebte und solche, die es werden wollen, küssen. Diesen Weihnachtsbrauch aus den USA und England hat die Agentur Liganova auf den Schadowplatz gebracht, um das Gefühl sprechen zu lassen. Denn daran hatte es im vorigen Jahr vielen gefehlt, die sich kritisch über das Konzept des weißen schnörkellosen Weihnachtsmarkts geäußert hatten. "Auf dem Weihnachtsmarkt trifft man sich, man lernt sich kennen", sagt André Herzer von Liganova und sieht in dem Mistelzweig auch gleich das gute Fotomotiv: "Er kommt der Selfie-Kultur sehr entgegen."

Die Premiere des Schneehüttendorfs im vorigen Jahr hatte bei vielen Düsseldorfern für Empörung gesorgt. Das in Stuttgart beheimatete Kaufhaus Breuninger hatte eine Gestaltung gefordert, die mit den Libeskind-Bauten im Kö-Bogen harmoniert. Den Namen Schwabenmarkt wird das Schneehüttendorf wohl so schnell nicht mehr los. Darin steckte auch der Vorwurf der Sparsamkeit. Denn das Konzept mit weißen großen Holzbauten, nur mit weißen Sternen geschmückt, setzte auf Schlichtheit. Als schnelle Antwort auf die Kritik wurden grüne Zweige ergänzt, um ein wenig weihnachtliche Atmosphäre zu schaffen. In diesem Jahr sollte noch einmal nachgebessert werden.

Zu der üppigeren Umrandung der Dächer mit Tannenzweigen kommen nun auch rote Kugeln hinzu. "Eben klassisch wie gelernt", sagt André Herzer. Das Rot und Grün soll die großen weißen Flächen brechen. Ein großer Stein des Anstoßes ist in diesem Jahr verschwunden: die Champagner-Bar in der Mitte des Platzes. Zu sehr schickimicki, fanden viele Düsseldorfer. Das habe doch nichts mit Weihnachten zu tun. Und so blieb die Theke häufig verwaist. Stattdessen ist nun in der Mitte des Platzes ein Karussell aufgestellt, das auch in früheren Zeiten dort stand. Damit wurde dem Vorwurf begegnet, dass der Markt zu wenig kinderfreundlich sei.

Die Veränderungen wurden gestern Nachmittag von den meisten Besuchern des Marktes als Verbesserung empfunden, auch von solchen, die ihn nach wie vor nicht mögen. "Er ist schöner geworden, aber er bleibt kalt", sagt Erna Haller. "Ich mag die Buden in Rot oder Grün lieber als die einfachen Hütten." Ingolf und Marlies Albracht aus Kaarst, die lange an der Kö arbeiteten und sich noch gut an den alten Markt erinnern, finden: "Er sieht schicker aus. Aber unter Weihnachten stellt man sich etwas anderes vor." Sie trauern beispielsweise dem großen Baum mit den Paketen hinterher.

Der Markt hat jedoch auch seine Anhänger gefunden. "Ich fühle mich wohl hier und schätze die Vielfalt", sagt Natascha Sturm. Alexander Oertelt ist eigentlich kein Fan von Weihnachtsmärkten, aber mit diesem kann sich der 22-Jährige anfreunden. "Das ist mein liebster Fleck." Aaron Neuville schätzt am Markt, dass er hell und freundlich aussieht. Bei den auswärtigen Besuchern und Touristen kommt er gut an. Etliche von ihnen schossen schon Fotos unterm Mistelzweig.

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(stz)