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Düsseldorf: Bürger haben viele Fragen an die Bahn

Düsseldorf : Bürger haben viele Fragen an die Bahn

Die Deutsche Bahn stellte in der Halle des TV Angermund die Pläne für den Schnellzug RRX vor. Die Bürger begrüßen besseren Lärmschutz an der Strecke durch den Dorfkern, sorgen sich aber vor Umbauten und noch mehr Verkehr.

Mehr als 500 Menschen haben sich bei einer Info-Veranstaltung der Deutschen Bahn die Umbaupläne für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) angehört. Die beiden Tribünen in der Turnhalle des TV Angermund waren gefüllt, weitere Besucher standen oder hatten sich Stühle mitgebracht. Manche Anwohner wollten sich einfach informieren, andere ihre Sorgen und Kritik an dem Bau äußern. Die "Initiative Angermund", die sich seit 17 Jahren gegen Bahnlärm engagiert, verteilte 200 Flugblätter. Sie fürchtet, dass der RRX die Lebensqualität in Angermund verschlechtert und fordert eine Tunnel-Lösung. Eine Ansicht, die viele der Bürger teilten. Zweifel, Ungläubigkeit, Pfiffe und Gelächter gehörten zu den Reaktionen der Menschen. Sie glauben der Bahn schlicht nicht und fürchteten übervorteilt zu werden.

Der neue Schnellzug soll die dringend benötigte zusätzliche Kapazität auf der überlasteten Pendlerstrecke zwischen Dortmund und Köln schaffen. Deshalb unterstützt ihn auch die Düsseldorfer Kommunalpolitik. Bis die neuen Züge rollen können, sind aber viele Umbauten nötig. Kein anderer Teil von Düsseldorf ist dabei so stark betroffen wie Angermund. Dort führt die Strecke durch den Dorfkern und soll auf der Westseite von vier auf sechs Gleise erweitert werden.

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Projektleiter Michael Kolle stellte den Bürgern in der Turnhalle die Planungen vor. Noch stehen nicht alle Details fest, aber klar ist, dass die Bahn massive Eingriffe plant. Sie möchte auf rund 50 Grundstücken bauen - ein Besucher stellte überrascht fest, dass er dann seine gemietete Werkstatt verlieren wird.

Die Anwohner interessierte vor allem der Lärmschutz. Die Bahn betont, dass der RRX den Angermundern in dieser Hinsicht zugute kommen wird. Denn weil die Strecke erweitert wird, muss Schallschutz an der Strecke geschaffen werden - bislang gibt es den nicht. Auf beiden Seiten der Gleise sollen Lärmschutzwände entstehen. Geplant ist eine Höhe von vier Metern über Bahnsteigkante. Darüber hinaus sollen die Gleise durch ein spezielles Schleifverfahren ruhiger werden. Rund 1000 Haushalte haben zudem Anspruch auf dichtere Fenster und andere Umbauten. Außerdem plant die Bahn viele Umbauten. Der S-Bahnhof Angermund wird zwar kein Haltepunkt des RRX, aber muss umgestaltet werden, damit der Zug passieren kann. Er soll barrierefrei werden. Außerdem sollen fünf Straßenbrücken neu errichtet werden, unter anderem an der Kalkumer Schlossallee und der Angermunder Straße. Erst im kommenden Jahr will die Bahn die Unterlagen für das Rechtsverfahren einreichen. Das Unternehmen, will aber schon jetzt weiter das Gespräch mit den Anwohnern suchen und Bedenken berücksichtigen. Noch ließen sich Anregungen aus der Bevölkerung einarbeiten.

(RP)