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Düssedlorf-Urdenbach: Digitales Projekt auf Haus Bürgel

Digitales Projekt auf Haus Bürgel : Veni, Vidi, Video

Ein digitales Projekt für den Latein- und Geschichtsunterricht zeigt die römische Vergangenheit von Haus Bürgel. Mehrere Schulen haben das Angebot bereits genutzt.

Gaius Tullius Lupus ist der letzte Römer auf Haus Bürgel – oder eher Germane, angeworben von der Römischen Armee, um die Grenzen des Reichs zu beschützen. Er grüßt seine Gäste mit „Salvete und guten Tag“, trägt Tunika und Lederstiefel und zeigt voller Stolz seine militärische Ausrüstung.

Im echten Leben heißt Lupus Wolfgang Drees, ist ehrenamtlicher Mitarbeiter von Haus Bürgel und führt dort in historischer Gewandung durch das Museum. Außerdem ist er Darsteller im neuen digitalen Projekt „Veni, Vidi, Video“, das vom Römischen Museum Haus Bürgel in Zusammenarbeit mit dem Verein Akki (Aktion und Kultur mit Kindern) sowie der Hochschule Niederrhein produziert wurde. Es dient dazu, Interessierten auch in der Zeit der Lockdowns einen Besuch in der historischen Anlage zu ermöglichen; ist aber zugleich auch als Material für den Latein- und Geschichtsunterricht der fünften und sechsten Klasse konzipiert.

In fünf kurzen Videos führt Drees in historischer Kleidung durch das ehemalige Römerkastell aus dem vierten Jahrhundert in der Urdenbacher Kämpe, erzählt dabei vom Alltag der Römer im Rheinland, berichtet, welches Geld sie genutzt, welche Kräuter sie angepflanzt und wie die Legionäre vor über 1600 Jahren gekämpft haben. Gaiuls Tullius Lupus zeigt den Umgang mit Schild und Schwert und präsentiert das Wurfspeer-Werfen auf einen Heuballen.

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Initiiert hat das Projekt eine Gruppe von Master-Studenten des Studiengangs Kulturpädagogik an der Hochschule Niederrhein rund um Anna-Lena Weber. Gemeinsam mit Anna Berglar, Leonie Börner, Jana Crone, Sina Dehner und Anna Yousefi-Kolender hat sie nicht nur das Skript für die Videos entworfen, sondern auch Begleitmaterial mit verschiedenen Aufgaben für den Unterricht erstellt. „Unsere Aufgabe war, ein Kulturprojekt zu entwerfen. Normalerweise sind solche Projekte analog, aber in Anbetracht der aktuellen Situation hat sich unsere Gruppe für eine digitale Lösung entschieden“, sagt Weber.

Sie ist ehrenamtliche Mitarbeiterin von Haus Bürgel und konnte daher den Kontakt zum Römischen Museum herstellen. Außerdem hat sie die Clipper-Werkstatt von Akki ins Boot geholt. „Gedreht haben wir Anfang September. Fünf Menschen waren dabei, natürlich immer mit Maske und Abstand“, betont Weber. Die meisten Aufnahmen fanden zudem im Freien auf dem Gelände von Haus Bürgel statt. „Es ist schön, den Kindern auch in dieser Zeit, in der viel Unterricht zu Hause an Schreibtisch und Bildschirm stattfindet, zu ermöglichen, ein bisschen Museumsluft zu schnuppern“, erzählt Weber.

Für die Studentinnen war auch wichtig, das Begleitmaterial, ein Angebot für den digitalen Unterricht, nicht „zu verschult“ zu gestalten, wie Weber es ausdrückt. So müssen die Schüler beispielsweise Sesterzen, Denare und Aureli in Euro umrechnen oder herausfinden, wie sich die Mode der Menschen in verschiedenen Phasen der Römerzeit verändert hat. Durch die Aufgaben geführt werden sie von den Comic-Römerkindern Quintus und Laetitia. Dazu gibt es ein Römerkastell Haus Bürgel zum Basteln sowie am Ende ein „Diploma Victoriae“, eine Urkunde für die teilnehmenden Schüler.

Zehn Schulen haben bereits einen Testlauf gemacht, die Initiatoren warten derzeit auf Feedback, um noch letzte Verbesserungen vorzunehmen. Die ersten Rückmeldungen fallen äußerst positiv aus. Videos und Begleitmaterial stehen auf der Homepage von Haus Bürgel kostenlos zur Verfügung – die Videos sind auch für Geschichtsinteressierte interessant.

Marion Niebel, Geschäftsführerin der Haus Bürgel Betriebs GmbH, ist bereits jetzt zufrieden mit dem Ergebnis. Für sie ist wichtig, dass sich das Römische Museum langfristig modernisiert, digitaler und interaktiver wird. Denn die Anlage befindet sich derzeit im Prozess der Anerkennung als Weltkulturerbe, hierfür wird die mit der Zeit etwas angestaubte Ausstellung auf Vordermann gebracht. Projekte wie Veni, Vidi, Video helfen, die pädagogische Arbeit des Museums auch in Zeiten der Pandemie zu leisten und sind zugleich Teil eines modernen Gesamtkonzepts.

Um weitere digitale Optionen anbieten zu können, will Haus Bürgel auch Fördermittel des Bundes aus dem Programm Neustart für Kultureinrichtungen einwerben. Aktuell in Planung und Umsetzung befinden sich ein neuer Audioguide für das Museum sowie eine Umsetzung der ehemaligen Maternus-Kapelle auf dem Bürgel-Gelände in virtueller Realität. Das Gotteshaus gehörte vor der Umbettung des Rheins im Mittelalter zu Zons und war die älteste Kirche des Stadt. Heute befinden sich auf dem Bürgel-Gelände nur noch die Grundmauern. „Ich habe erste Entwürfe gesehen, und ich kann sagen: Das wird cool“, sagt Marion Niebel. Die Geschäftsführerin freut sich, dass Haus Bürgel auf dem besten Weg ist, ein interaktives, digital vernetztes Museum an historisch bedeutsamer Stätte zu werden – würdig des Titels Weltkulturerbe.

Info Alle Videos, das Begleitmaterial sowie weitere Infos gibt es im Internet unter www.hausbuergel.de.