Mein Laden : 30 Jahre „Leos“ blühendes Paradies

Elisabeth Olma eröffnete am 10. Mai 1989 ihr Blumengeschäft an der Luegallee 6. Mit viel Energie blickt sie in die Zukunft.

Draußen vor der Tür bekommen Kunden gleich einen Vorgeschmack auf das, was sie im alteingesessenen Blumenladen mit dem schlichten Namen „Leos“ erwartet: Pflanzen über Pflanzen, Blühendes oder schlicht Grünes. Eine Flora, die so üppig ist, dass an diesem Tag ein Eichhörnchen zwischen den Blumen heimisch zu werden versucht, um dann schnell zwischen den Pflanzen auf der Terrasse zu verschwinden. Die wenigen Möbel drohen in all‘ der Pracht unterzugehen, wäre da nicht der originelle Verkaufstresen aus Gusseisen, der vom Künstler Odo Rumpf aus Silotüren zusammengesetzt wurde. Auch die Lampen darüber stammen aus seiner Hand und wirken, wie gerade aus dem Wald hereingeschleppte überdimensionierte Hüte von Pilzen.

Mitten in dieser rustikalen blumenumkränzten Szene steht Elisabeth Olma neben ihrer vor kurzem eingestellten Mitarbeiterin Lucia Hable. Mit strahlendem Gesicht ordnet sie Rosen und taucht sie in frisches Wasser. Sie hat allen Grund, gute Laune zu haben, denn seit 30 Jahren setzt sie ihren Traum von einem Blumengeschäft um. „Wir feiern Jubiläum“, sagt sie stolz. Am 10. Mai 1989 habe sie das Geschäft im ehemaligen Feinkostladen Hagen an der Luegallee 6 eröffnet.

Die aus dem Ruhrgebiet stammende ausgebildete Floristin und Landschaftsarchitektin ist aus Oberkassel nicht wegzudenken. Denn kaum hatte sie ihren Laden vor 30 Jahren eröffnet, sprach sich ihr ganz eigener Stil herum. Schließlich war ihren Blumenarrangements gleich anzusehen, woher sie stammten. „Ach, das kommt sicher von Leos“, hieß es dann. Daran hat sich bis heute kaum etwas geändert, wenn Elisabeth Olma auch den Wechsel der Zeiten zu spüren bekommt. „Plötzlich kommen andere Leute.“ Die Treue und Verbundenheit zu einem Geschäft gebe es heute nicht mehr, weil die Vielfalt sehr groß geworden sei und Blumen auch im Internet bestellt werden könnten. Froh sei sie aber, dass es noch Stammkunden gebe, die sie seit 30 Jahren begleiteten. „Es sind Freundschaften entstanden.“ Bestätigt wird das durch Passanten, die mal eben ein Hallo durch die stets offene Ladentür rufen. Auch der Kontakt zu den Nachbargeschäften zwischen Leo- und Burggrafenstraße wird gepflegt. „Wir bilden den Eingang nach Oberkassel und können mit originellen Läden punkten.“

Den Streit wegen des fehlenden Überwegs während des Hochbahnsteig-Baus nimmt sie gelassen und sagt: „Wer kommen will, der kommt, egal, ob er einen Überweg vorfindet oder nicht“, ist sie überzeugt. „Außerdem haben uns Kunden nördlich von Luegallee und Luegplatz entdeckt.“ Und der Hochbahnsteig mit seinen neuen Bäumen gefalle ihr sehr gut. „Sieht prima aus.“

„Atmosphäre“ ist seit 30 Jahren das Zauberwort von Elisabeth Olma. Und die bewahrt sie in ihrem „blühenden Paradies“, das sie durch Accessoires ergänzt hat: Kerzen, Taschen, Vasen, Karten, ja sogar Gartenstühle und Olivenöl, um nur einiges aus dem vielseitigen Angebot zu nennen. Und wer will, kann an allen Jahreszeiten an den Pflanzen Blüten entdecken.

Derweil hat sich draußen vor der Tür viel verändert. Auch das nimmt Elisabeth Olma gelassen, obwohl für sie nur das alte Oberkassel mit seinen schönen Häusern zählt. „Alles, was hinter dem Belsenplatz ist, ist für mich nicht mehr Oberkassel“, sagt sie. Verbunden mit ihrem Standort an einer der „wichtigsten Seiten der Luegallee“, wünscht sie sich, „dass es weiter so gut läuft“. Schließlich wolle sie auch nach 30 Jahren weitermachen. „Ende offen“, betont sie. Auf ihre beiden Söhne kann sie nicht zählen, beide sind auf den Profi-Basketball fixiert.

Leos Blumen: Luegallee 6, Telefon 0211 589806. Öffnungszeiten: Mo. bis Fr., 9-18.30 Uhr, Sa. 9-16 Uhr.

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