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Mönchengladbach: Patin einer Baumscheibe beschwert sich über gestutzte Rosen

Ärger über gestutzte Rosen in Mönchengladbach : „Ahnung von Pflanzen hatte der nicht“

Der Patin einer Baumscheibe wurden ihre Rosen auf der Schwogenstraße in Mönchengladbach radikal gestutzt. Statt rosa und roten Blüten prägen jetzt kahle Stellen die Baumscheibe. Was die Mags zu dem Vorfall sagt.

Als Ursula Piethan aus dem Urlaub zurückkehrte, wollte sie ihren Augen nicht trauen. Denn die Baumscheibe, für die sie vor einigen Jahren die Patenschaft übernommen hat, sah verwüstet aus. Eigentlich, so erzählt Piethan unserer Redaktion, standen die Sträucher Zwergrosen auf der Schwogenstraße kurz vor der Blüte. Und nach dem Urlaub hätten die Pflanzen ihre volle und bunte Pracht gezeigt.

Hätten. Denn viel war von den Pflanzen und erst recht nicht von den Blüten übrig. „Das sah schrecklich aus“, berichtet Piethan, die selbst passionierte Gärtnerin ist. „Als hätte da jemand keine Ahnung gehabt, was er macht – und erst recht keine Ahnung von Pflanzen.“

Die einst so üppig bepflanzte Baumscheibe war radikal beschnitten worden. Alles, so sieht es vor Ort zumindest aus, was einen gewissen Punkt überschritten hat – egal ob in der Breite oder der Höhe – wurde an eben diesem Punkt abgeschnitten. Die Folge: Statt vielen rosa und roten Blüten prägen jetzt kahle Stellen die Baumscheibe. „Am Schnitt sieht man, dass es teilweise gerissen wurde“, sagt Piethan und verweist auf Stängel, die stark ausgefranst sind. Ein sauberer Schnitt sieht anders aus. „Ich befürchte, dass sich die Pflanzen nicht wieder erholen werden“, sagt Piethan.

 Eine Detailaufnahme der Rosenstängel: Die Schnittkanten sind ausgefranst, die Stängel teilweise eingerissen.
Eine Detailaufnahme der Rosenstängel: Die Schnittkanten sind ausgefranst, die Stängel teilweise eingerissen. Foto: Carsten Pfarr
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Nachbarn berichteten der Patin, dass am Wochenende zuvor ein Trupp für die Grünpflege unterwegs gewesen sei und die Rosenstängel auf dem Wagen gelegen hätten. Piethan rief daraufhin die Mags an, die erklärten, dass es sich um eine Fremdfirma gehandelt habe – und dass man sich dem Problem annehmen werde.

Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt eine Sprecherin, dass am besagten Tag eine von der Mags beauftragte Fremdfirma auf der Schwogenstraße im Einsatz war, um die Pflege von Baumscheiben durchzuführen. „Die Firma sollte Fremdbestand entfernen und gegebenenfalls den Bodendeckern einen Formschnitt geben.“

 So bunt und prachtvoll sieht ein Strauch der Zwergrosen aus, wenn er sich entfalten kann.
So bunt und prachtvoll sieht ein Strauch der Zwergrosen aus, wenn er sich entfalten kann. Foto: Carsten Pfarr

Dass überhaupt jemand anderes an der Baumscheibe arbeitet, ist für Urusla Piethan neu. In den ganzen Jahren sei das noch nie vorgekommen, sagt sie. Piethan hat die alleinige Patenschaft für das Grün.

Die Sprecherin der Mags berichtet indes, dass ein Meister der Grünunterhaltung sich die betroffene Baumscheibe mittlerweile angesehen und festgestellt hat, „dass die gepflanzten Rosen zu stark zurückgeschnitten wurden. Hier bitten wir um Entschuldigung. Glücklicherweise ist die Rosenpflanzung aber nicht nachhaltig zerstört. Wir gehen davon aus, dass sie sich wieder erholen wird.“ Auf eine Entschädigung angesprochen erklärt die Sprecherin: „Selbstverständlich werden wir, wenn sich der Rosenstrauch nicht erholen sollte, mit der Patin in Kontakt treten und eine Neubepflanzung vornehmen.“ Die Fremdfirma haben man indes „ausdrücklich darauf hingewiesen, dass solche Baumscheiben nicht zu beschneiden sind.“ Zudem werde geprüft, ob die Paten-Baumscheiden künftig mit Steckschildern gekennzeichnet werden.