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Oberkassel: Hochbahnsteig Belsenplatz in der Kritik

Düsseldorf Oberkassel : Hochbahnsteig Belsenplatz in der Kritik

Die barrierefreie Haltestelle am Luegplatz ist fast fertig. Im Fokus steht schon ein weiterer Hochbahnsteig. Er ist am Ende der Luegallee geplant. Am Samstag kommt die Mobile Redaktion der Rheinischen Post auf den Barbarossaplatz.

Das Gesicht des Stadtteils hinter dem Alten Bahnhof hat sich gründlich gewandelt. Dort, wo einst das Rheinbahnhaus, umgeben von vielen Bäumen stand, grenzen nun zwei massive Rohbauten direkt an die Hansaallee. Der eine wird ein Hotel, der andere ein Bürocenter. Auch die Wohnbebauung auf den alten Rheinbahngrundstücken wurde weiterentwickelt und der zweite Bauabschnitt für den Belsenpark wird realisiert. Der Hochbahnsteig auf dem Luegplatz sieht seiner Vollendung entgegen und kürzlich ließ die Rheinbahn Spalierplatanen an die Flanken des Bahnsteigs setzen. Damit knüpft das Verkehrsunternehmen an die Oberkasseler Geschichte an, denn einst reichte der Alleecharakter der Luegallee bis zur Brücke. „Wir haben ein Stück Vergangenheit zurückbekommen“, freut sich Bezirksbürgermeister Rolf Tups, der eigenhändig Bäume am Pflanztag wässerte.

Es ist aber nicht alles Friede und Freude im Stadtteil. Denn der zweite große Wurf der Rheinbahn – ein Hochbahnsteig im Schnittpunkt Luegallee und Belsenplatz – erregt die Gemüter. Die ersten Kritiker meldeten sich frühzeitig, wenn auch noch zaghaft, und sprachen von einer Verschandelung Oberkassels, die der schönen Bebauung widerspräche. Doch als die Rheinbahn dann gemeinsam mit der Stadt über das Vorhaben öffentlich informierte, wurde den Oberkasselern bewusst, was da auf sie zukommen würde. So reagierten sie mit Skepsis auf die Pläne für den Hochbahnsteig, der viel Raum einnehmen und etliche Platanen kosten würde.

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Besonders die Anwohner der Quirinstraße hatten sich zu Wort gemeldet und bei einem Ortstermin nicht etwa gegen einen Hochbahnsteig protestiert, sondern gegen die damit verbundenen neuen Verkehrslenkungen rund um den Belsenplatz „Wir wollen einen barrierefreien Einstieg, der die Bahnen an einem Ort bündelt“, hieß es übereinstimmend, „aber die Verkehrsführungen akzeptieren wir nicht.“ So lehnen sie eine weitere Haltestelle auf ihrer Straße ab. „Schon heute fahren fünf Busse an unseren Häusern vorbei.“ Und dann sei da noch die Endhaltestelle der 833. Mehr könne die Straße nicht verkraften.

Landschaftsarchitektin Hiltrud Lintel, die zur Initiative „Rettet die Luegallee“ gehört, ist überzeugt, dass es andere Möglichkeiten für einen Hochbahnsteig auf dem Belsenplatz gebe. Zum Beispiel ihn auf der Hansaallee, etwa in Höhe der Ria-Thiele-Straße, anzulegen. In einem offenen Brief an Cornelia Zuschke macht sie darauf aufmerksam und appelliert: „Die Luegallee als schutzwürdiges Rückgrat Oberkassels verträgt keine beliebigen Eingriffe“. Deshalb sollte die Planung durch einen Gestaltungswettbewerb weitergeführt werden.

Für eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung spricht sich auch Tups aus. „Es wird überlegt, einen Workshop anzubieten.“ Die Luegallee sei das Herzstück Oberkassels, ein sensibler Bereich. „Wir müssen klug vorgehen und gut überlegen, wie der nur 34 Meter breite Straßenraum gerecht zwischen den Verkehrsteilnehmern aufgeteilt werden kann.“ Schließlich würden für die nächsten 120 Jahre Fakten geschaffen, mit denen „wir und die nächsten Generationen leben müssten“.