Mörsenbroich: Kleine Artisten mit ganz großer Show

Mörsenbroich: Kleine Artisten mit ganz großer Show

Eine Woche haben sich die St.-Franziskus-Grundschüler mit dem Zirkus beschäftigt und eine Show einstudiert.

Welches Kind träumt nicht davon, einmal in einer großen Manege zu stehen und seine eigene Zirkusshow zu präsentieren? Für die mehr als 350 Schüler der St. Franziskus Grundschule in Mörsenbroich ist dieser Traum in Erfüllung gegangen. Nachdem die Kinder in einer Zirkus-Projektwoche eine eigene Show einstudiert hatten, folgten am Freitag und Samstag vor jeweils 250 Zuschauern vier große Shows.

Als erste Gruppe betraten die "Partykids" die Manege und lieferten mit ihrer akrobatischen Tanzshow einen gelungenen Start. Groß war die Begeisterung des Publikums auch bei den Artisten in der Bodenakrobatik, die eine meterhohe Menschenpyramide bauten. Bei allen Showeinlagen standen sieben professionelle Trainer den Kindern zur Seite, doch eingreifen mussten sie kaum. Denn den Shows vorausgegangen war eine Projektwoche voller Proben und Erklärungen. Von Montag bis Donnerstag hatten die Schüler für die Aufführungen geübt, in denen jeder einzelne von ihnen einen Part übernahm. Sieben verschiedene Workshops, in denen Schüler aller Jahrgänge gemischt waren, standen auf dem Stundenplan. "Die eine Hälfte der Klassen beschäftigte sich theoretisch mit dem Zirkus, während die andere im Zelt auf den Schulhof geprobt hat", erzählte Schulleiterin Monika Leifholz. "Wir wollen die Schüler aus dem Schulalltag und ihren Klassenkonstellationen holen", sagte Leslie Maatz vom Zirkus Proscho.

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Nach der Bodenakrobatik folgte dann eine weitere Akrobatiknummer, in der die Schüler mit Gläsern auf der Stirn balancierten und dabei eine Leiter hochkletterten - ganz ohne Hilfsmittel. Seit zehn Jahren ist die Schaustellerfamilie Maatz schon als Projektzirkus in ganz Deutschland unterwegs. Vorher waren sie lange als traditioneller Zirkus auf Tour, doch "wir standen irgendwann an dem Punkt, an dem wir uns entscheiden mussten, ob wir ganz groß werden oder uns ganz aufteilen", sagte Maatz. Da sei die Idee geboren, in Projektwochen die Begeisterung für den Zirkus an Kinder weiterzugeben.

In der Manege wurde noch mal für eine Nummer umgebaut, die nicht nur bei den Grundschülern in der Projektwoche sehr beliebt war, sondern auch für großes Staunen im Publikum sorgte: Als Vampire verkleidet flogen bis zu drei Schüler gleichzeitig am Trapez durch das Zelt. Neben der Motorik stand in der Woche besonders das Teamwork im Vordergrund. "Unsere Vorteile sind, dass wir den Kindern in dem kurzen Zeitraum ganz anders begegnen können", sagte Maatz. Nach anderthalb Stunden Aufführung endete das Abenteuer Zirkus. "Clown zu sein, hat richtig viel Spaß gemacht", fand Leon. "Auf jeden Fall besser als Mathe", stimmte ihm Klassenkamerad Julius zu.

(RP)