Mörsenbroich/Rath: Volle 701 - Rheinbahn will nachbessern

Mörsenbroich/Rath : Volle 701 - Rheinbahn will nachbessern

Seit die Bahn im Wechsel mit der U71 nur noch alle 20 Minuten fährt, sind die Wagen oft überfüllt. Gewünscht wird deshalb eine Taktverdichtung.

Mehr als zwölf Jahr hat es gedauert, die Verlängerung der Straßenbahnlinie 701 bis zum ISS Dome umzusetzen. Der zwei Kilometer lange Streckenabschnitt soll die Theodorstraße besser anbinden. Das ist gelungen, wie die vielen Fahrgäste besonders morgens an den zwei neuen Haltstellen zeigen. Dennoch sorgt die Verlängerung der 701 für Unmut bei vielen Fahrgästen, denn sie hat zu vollen Bahnen und Verspätungen geführt. Denn mit der Verlängerung der Strecke hat die Rheinbahn auch die Taktung der Linie 701 zwischen Dome und der Haltestelle Heinrichstraße halbiert, da auf der Strecke zwischen Rath S-Bahnhof und Heinrichstraße nun zusätzlich die U71 verkehrt. Gerade in den Morgenstunden sind die Auswirkungen spürbar, dass die 701 nur noch alle 20 Minuten fährt.

Wer gestern am Anfang der Linie an der Haltestelle Wahlerstraße in die Bahn stieg, hatte Glück: Eine große Auswahl an Sitzplätzen und eine pünktliche Bahn warteten auf die vielen Fahrgäste. Unter ihnen auch Annette Brandt, die täglich mit der Linie 701 zur Arbeit fährt und in Pempelfort an der Nordstraße aussteigen muss. "Für mich sind die Neuerungen sehr unpraktisch", sagt Brandt. Zwar freut sie sich über die neue Haltestelle, doch mit der veränderten Taktung seien die Bahnen zunehmend überfüllt. "Der alte zehnminütige Takt ist super gewesen."

Zwei Haltestellen weiter an der Rotdornstraße haben es die zusteigenden Fahrgäste schon wesentlich schwerer, einen Sitzplatz zu finden, obwohl gestern aufgrund der Sturmwarnung wenige Schulkinder unterwegs waren. "Die U71 und 701 sollen sich bis zur Heinrichstraße eigentlich alle zehn Minuten abwechseln. Das klappt leider selten", erzählt Werner Gungowski, der an der Rotdornstraße zusteigt und zur Arbeit an die Nordstraße muss. Durch Verspätungen würden die Bahnen oft unmittelbar hintereinander fahren. Auch Angela Drescher bemängelt die Halbierung des Taktes: "Ich muss in Derendorf umsteigen, das ist jetzt viel umständlicher." Bereits als die Linie noch in zehnminütigem Takt unterwegs war, seien die Bahnen bereits oftmals sehr voll gewesen, berichtet Drescher. Durch die Neuerungen habe sich dieses Problem nochmals verschärft.

Das hat auch Ratsherr Marcus Münter (CDU) beobachtet, der selbst außerhalb der Hauptverkehrszeit Mühe hatte, an der Haltestelle Rath-Mitte überhaupt noch in die Bahn zu kommen. "Das Problem haben wir erwartet, denn es nutzen ja jetzt noch mehr Bürger die Bahn" sagt Münter. Bereits 2012 hatten die Mitglieder der Bezirksvertretung 6 deshalb bei der Vorstellung der Planungen rund um die 701 um eine engere Taktung gebeten, die aber nicht erfolgte. "Ich fände es schade, wenn die überfüllten Bahnen dazu führen würden, dass Bürger wieder auf das Auto umsteigen", sagt Münter. Er will deshalb das Problem im Ordnungs- und Verkehrsausschuss thematisieren.

Bei der Rheinbahn sind die überfüllten Bahnen inzwischen ebenfalls ein Thema. Heute trifft sich deshalb der Vorstand mit Fachleuten, um das Problem zu erläutern. "Notfalls müssen wir Nachsteuern", sagt Rheinbahnsprecher Georg Schumacher. Er bittet aber die Fahrgäste auch um etwas Geduld, bis sich der Ablauf mit den zwei Bahnlinien eingespielt hat.

(RP)
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