Benrath: Großes Interesse an Führungen beim Barockfest auf dem Schloss

Benrath : Großes Interesse an Führungen beim Barockfest auf dem Schloss

Wegen des Orkans Ela und der daraufhin verfügten Teilsperrung des Schlossparks, mussten Führungen anlässlich des 2. Düsseldorfer Barockfestes eingeschränkt werden. Gleichwohl stießen die Führungen durch die Schlossgärten durchweg auf großes Interesse bei Grünfreunden.

Der Öffentlichkeit vielfach unbekannt sind indes Elisabeths Gärten im Westflügel des Schlosses. "Bei dieser Gartenanlage, die anlässlich der diesjährigen Quadriennale angelegt wurde, handelt es sich um ein partizipatorisches, ergonomisches sowie mobiles Garten-Projekt", erklärt Sabine Klaucke, die mit sieben weiteren Kolleginnen der Stiftung die Gärten der Kurfürstin betreut. Sie ist zugleich Lernort des benachbarten Naturkundemuseums.

"Partizipatorisch" besagt, dass jeder, der Freude am Gärtnern hat, eingeladen ist, sich an dem Projekt zu den jeweiligen Öffnungszeiten zu beteiligen. Der Garten umfasst insgesamt 60 Hochbeete und entspricht somit der rückenschonenden Ergonomie insbesondere älterer Menschen.

Ähnlich wie die Urban Gardening-Initiativen in New York, die sich auf die Bepflanzung brach liegender Grundstücke spezialisiert haben, sind auch diese Beete mobil angelegt, das heißt, sie könnten durchaus auch an einem anderen Ort gepflegt werden.

Die Beete sind in Holzrahmenkonstruktionen aus unbehandeltem Lärchenholz angelegt. Die biologisch angebauten Gemüsepflanzen stecken in durchlöcherten - um Staunässe zu vermeiden - Kunststoffsäcken, in Schichten aus Häcksel, halbfertigem Kompost sowie fertiger Gartenerde. "Dadurch wird erreicht, dass sich ein Beet drei Jahre lang quasi selbst düngt", erklärt Sabine Klaucke.

Ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem, das von sieben 600 Liter fassenden Tanks gespeist wird, sorgt für ausreichende Feuchtigkeit wenn mal nicht genügend Regen fällt, was jedoch an diesem Samstagnachmittag absolut nicht der Fall war.

Angebaut werden neben Kräutern und Gewürzen verschiedene Gemüse. So beispielsweise Kohlsorten, wie Grün-, Weiß-, Rot- und Blumenkohl, Stielmus, verschiedene Möhrensorten sowie dicke Bohnen und Stangenbohnen. "Dabei legen wir besonderen Wert auf regionale sowie auf historische Sorten, wobei wir uns die Samen alter Sorten auch schon mal von Gendatenbanken besorgen", erklärt Sabine Klaucke.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Reise in die Vergangenheit beim Barockfest in Benrath

(sb-)
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