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Düsseldorf: Neues Gesicht für den Benrather Markt

Düsseldorf : Neues Gesicht für den Benrather Markt

Die Attraktivität des Marktes soll verbessert werden. Als erste Maßnahme will das Amt für Verbraucherschutz die Wagen anders stellen lassen. Auch einheitliche Öffnungszeiten sind ein Ziel.

Benrath Wenn Axel Küppers von Mittwoch bis Freitag auf dem Benrather Markt steht, dann ist Leben auf dem Platz. Zumindest in der Ecke nahe der Bushaltestelle, wo er seinen Kaffestand aufgebaut hat. Oder besser: seinen Kaffeewagen. Gemeinsam mit Claudia Heilmann betreibt er die Kaffeebude, die eigentlich ein roter Citroen-Oldtimer ist. Schnell sind ein paar Bier-und Stehtische aufgebaut, Sonnenschirme aufgestellt, die auch vor Regen schützen, und fertig ist der Treffpunkt für Alt- und Neu-Benrather.

Donnerstags und freitags kommt noch Achim Straub dazu. Er besitzt ebenfalls einen Citroen-Oldtimer, allerdings in Blau-Gelb, und den hat er zu einer kleinen Küche umfunktioniert. Dort backt er Crêpes und Flammkuchen. Die beiden Wagen zusammen sind eine tolle Ergänzung für den Benrather Markt. Seit November stehen die Zwei regelmäßig nahe der Bushaltestelle. Doch das soll sich ab Mitte August ändern. Pläne sehen vor, dass sie dann Rücken an Rücken mitten auf dem Marktplatz stehen. Sicherlich nicht ganz glücklich, finden die Stammbesucher. Gerade das Übereck-Stehen macht das Plaudern, Essen und Trinken so angenehm. Auch die beiden Betreiber könnten sich vorstellen, künftig vielleicht in L-Form am Brunnen zu stehen.

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"Alles ist möglich", sagt Klaus Meyer, Leiter des Amtes für Verbraucherschutz und zuständig für die Märkte. Sein Konzept sei nur ein Vorschlag. Denn der Markt ist ins Gerede gekommen. Viele Kunden finden ihn unattraktiv. Außerdem bemängeln sie die unterschiedlichen Öffnungszeiten. Das möchte der Amtsleiter ändern. Deshalb hatte er alle Marktbeschicker zu einem Gespräch eingeladen, "und wir sind uns einig geworden."

 Der Benrather Markt: Dort sollen die Wagen umgestellt werden.
Der Benrather Markt: Dort sollen die Wagen umgestellt werden. Foto: Günter von Ameln (vam)

Am Dienstag, 19. August, soll der Markt sein neues Gesicht bekommen. Dann sollen die Wagen in einem Kreis stehen und alle sich sozusagen "ansehen". "Das ist abgestimmt mit den Marktbeschickern und der Politik", sagt Meyer, hatte er das Konzept doch der Bezirksvertretung präsentiert. Allerdings soll sich bei den Marktbeschickern die Begeisterung in Grenzen gehalten haben, heißt es.

"Wir müssen erst einmal schauen, ob die neue Zusammenstellung Erfolg bringt", sagt Meyer - er nennt es "Learning by Doing". Am Montag, der Tag, an dem der Markt geschlossen sein sollte, steht die Generalprobe an. "Schließlich müssen wir das Ganze auch in der Praxis ausprobieren.", sagt er. Denn alle Wagen, die jetzt teilweise geschlossen auf dem Platz stehen, müssen raus- und reinfahren können. Meyer spricht von Funktionstüchtigkeit - in jeder Beziehung. Denn auf die Optik habe das Amt für Verbraucherschutz keinen Einfluss - oder nur begrenzt.

Dass einige Marktbeschicker nach Lust und Laune schließen, sieht Meyer als ein großes Problem an. Aber das sei ein generelles und nicht Benrath spezifisches. Er könne nur an die Marktbeschicker appellieren, einheitlich zu öffnen. "Die Händler müssen Zuverlässigkeit zeigen und nicht die Kunden irritieren", sagt Meyer. Uneinheitliche Öffnungszeiten seien für die Kunden ein schlechtes Signal. Sicherlich, der Markt ist über Jahre gewachsen. Die Händler, die zum Teil 30 und 40 Jahre dort stehen, manche in zweiter und dritter Generationen, berufen sich auf ihr Gewohnheitsrecht. Da wird es mit Veränderungen schwierig.

"Es gibt zu viele Markttage", sagt der ehemalige Bezirksvorsteher Heinz-Leo Schuth, der sich während seiner Amtszeit für eine Veränderung des Marktes stark gemacht. Seines Erachtens braucht Benrath keinen durchgehend geöffneten Markt ("Wo auch noch einige zu haben."). Er ist überzeugt, drei Tage täten es auch. Dann wisse der Benrather die Öffnungszeiten, an die sich die Marktbeschicker halten müssen. In anderen Ortsteilen, beispielsweise in Holthausen, funktioniere es ja auch, sagt Schuth. Renate Rönnau, Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Benrath (AGB), stört es nicht, dass der Markt an sechs Tagen die Woche geöffnet hat. "Ich kenne das nicht anders", sagt sie, doch auch sie ist der Meinung, es müsse eine Regelung für eine einheitliche Öffnungszeit geschaffen werden. Außerdem sollten die Markthändler an ihren Wagen und Ständen ihre Öffnungszeiten kenntlich machen. Das haben nicht alle.

(RP)