Benrath: Motorradfans biken für den guten Zweck

Benrath : Motorradfans biken für den guten Zweck

Auf dem Benrather Schützenplatz trafen sich am Wochenende unzählige Biker. Gefeiert wurde bei Live-Musik und Würstchen, hauptsächlich zu einem Zweck: Spenden für das Kinderhospiz zu sammeln.

"Sind wir zu laut, bist du zu alt", ist eine treffende Umschreibung für das, was sich am Samstag auf dem Benrather Schützenplatz abspielte. Schon von weitem waren sie zu hören, die unzähligen Maschinen, deren Sound das Herz all jener mit Benzin im Blut höher schlagen lässt.

Für das Biker-Treffen hatten die Besitzer ihre Motorräder auf Hochglanz poliert. Foto: Olaf Staschik

Bei zunächst strahlendem Sonnenschein konnten sich Motorradfans gar nicht satt sehen an den penibel geputzten Motorrädern mit ihren polierten Spoilern. Während die Bikes in der Sonne glänzten, zogen sich die meisten Besitzer in den Schatten zurück. Verständlich, trugen doch viele von ihnen die klassische Motorradkluft, bestehend aus schwarzem Leder.

Es war das sechste Mal, dass die Moped-Schützen den Platz zum Beben brachten. Auch dieses Jahr wurde das Event von der Schützenbruderschaft St. Cäcilia organisiert, die auch dafür sorgte, dass Fahrer und Bike bestens versorgt waren. So konnten die Motorradfahrer etwa ihr Gefährt beim Prüfmobil des ADAC auf Herz und Nieren prüfen lassen. "Sicherheit und eine gute Ausrüstung sind für mich das Wichtigste", meint Heinz Mertens, der zum dritten Mal dabei ist.

So startete er dann auch bestens geschützt mit vielen weiteren Fahrern gegen Mittag zur Rundfahrt durch Düsseldorf, die das Kinderhospiz Regenbogenland in Gerresheim zum Ziel hatte. Besonders dürfte den Bikern hierbei gefallen haben, dass sie bei dem rund anderthalbstündigen Korso, dank Polizeieskorte, auf rote Ampeln nicht achtgeben mussten.

Zuvor nahmen die Biker noch am ökumenischen Motorradgottesdienst teil. So segneten die Geistlichen die Fahrer und ihre Maschinen und ließen sich dabei auch nicht von vorbeirauschenden Gefährten stören. Der Motorradgottesdienst ist in der Umgebung Düsseldorfs einzigartig und jedes Mal einer der Höhepunkte des Festes. Der Erlös der Veranstaltung kommt wie in den vergangenen Jahren dem Kinderhospiz zu Gute. 2013 konnten 3450 Euro übergeben werden.

Nachdem der Korso den Schützenplatz wieder erreicht hatte, wurde bei Livemusik, Bier und Würstchen gefeiert. Bereits ab 11 Uhr spielten auf der Ladefläche eines Lkws Livebands wie "Heavy Rain". Dass der Bandname - zu deutsch, starker Regen- die Biker am Nachmittag erneut beschäftigte, ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand.

Diesmal sorgte der Regen jedoch weniger für ausgelassene Partystimmung, sondern mehr für allgemeine Ernüchterung. Alles in allem jedoch war es erneut ein schönes und friedliches Fest für den guten Zweck, das auch beweist, dass nicht jeder Motorradfahrer, der gerne Lederkluft trägt, gleich mit Vereinigungen wie Hells Angels oder Bandidos in Verbindung gebracht werden kann.

(RP)
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