Benrath: Brütende Enten verhindern Arbeiten an der Trauerweide

Benrath : Brütende Enten verhindern Arbeiten an der Trauerweide

Bei dem Pfingstturm hat es auch die alte Weide auf dem Schlossweiher getroffen.

"Die Anlage der kleinen Insel mit der Trauerweide geht auf das Jahr 1841 zurück", heißt es

auf Seite 119 in dem Buch "Schloß Benrath. Landsitz des Kurfürsten Carl Theodor in Düsseldorf", das der Verein "Freunde Schloß Benrath" 1999 herausgegeben hat. Diese Jahreszahl hat Wolfgang D. Sauer, Leiter des Benrather Heimatarchivs, für die Rheinische Post hervorgekramt.

Doch über 170 Jahre später ist seit dem späten Pfingstmontagabend ist der Blick über den Schlossweiher hinüber zum Schloss ein anderer. Der Sturm hat die schöne Trauerweide regelrecht zerrissen. Auch nach sechs Wochen haben sich Park-Besucher noch nicht an den traurigen Anblick gewöhnt. Doch er wird ihnen wohl noch einige Zeit erhalten bleiben. Wenn auch aus Sicht der Stadt nicht ganz freiwillig.

Längst habe der Baum entfernt werden sollen, teilte die Stadt gestern per Pressemitteilung mit: Mit einem kleinen Boot sei der zuständige Gärtnermeister auch schon vor Ort gewesen, um die Arbeiten vorzubereiten. Doch sein Tatendrang sei ausgebremst worden. Denn eine Ente habe es sich im Schutz des Baumes gemütlich gemacht. Sie brüte dort und dürfe aus Tierschutzgründen nicht gestört werden, heißt es weiter: "So wird an anderer Stelle weiter gearbeitet. Die Weide wird so lange nicht angetastet, bis die Ente nach hoffentlich erfolgreicher Brut und Aufzucht ihrer Jungen ihr lauschiges Plätzchen geräumt hat."

Die umgestürzte Trauerweide hat viele Gemüter bewegt. Der Wunsch, an dieser Stelle möglichst bald einen neuen Baum zu pflanzen, ist groß. Bis jetzt seien viele Hilfsangebote beim Gartenamt der Landeshauptstadt eingegangen, auch solche von Menschen, die bei der Bergung des Baumstamms helfen wollen, teilte die Stadt mit. Auch Bezirkspolitiker haben in Aussicht gestellt, Geld aus ihrem Verfügungstopf bereit zu stellen.

(rö)
Mehr von RP ONLINE