Benrath: Musikfestival fällt in diesem Jahr aus

Benrath : Musikfestival fällt in diesem Jahr aus

Der Benrather Schlosspark bleibt bis Ende September gesperrt. Der Veranstalter lehnte es ab, das Konzert mit weniger Besuchern zu veranstalten. Das hatte die Stadt vorgeschlagen. Karten gelten für 2015.

Eigentlich gehört das Musikfestival zum Veranstaltungshöhepunkt eines Jahres im Schlosspark. Doch seit Donnerstag Mittag steht fest, dass es in diesem Jahr kein Festival geben wird. Die 8000 Musikliebhaber, die bereits Karten gekauft hatten für am 28. Juni geplante Konzert, warten seit Wochen auf einen Ersatztermin.

Doch Dirigent Franz Lamprecht, Vorsitzender der Klassik Konzert Gesellschaft, wollte erst am Montag damit an die Öffentlichkeit gehen. Dies erklärte sein Stellvertreter Hans Jakobs. Lamprecht selbst war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Doris Törkel, Leiterin des städtischen Gartenamtes, erklärte gestern der RP auf Anfrage, dass der Schlosspark nicht vor Ende September freigegeben werden kann. Immer noch laufen die Aufräumarbeiten nach dem Sturm Ela. Im Schlosspark bleiben der Parkwald und der westliche Teil der Fächerallee weiterhin gesperrt - also auch der Zugang vom Rhein in den Park. Das gesamte Karrée darf nicht betreten werden.

Dennoch veranstaltet die Stiftung Schloss und Park Benrath am 2. und 3. August ihr Barockfest. Allerdings können nicht alle geplanten Fluchtwege genutzt werden, weil der Wald gesperrt ist. Fünf statt sechs Fluchtwege wird es geben.

Und diese fünf Fluchtwege hat die Ordnungsbehörde auch dem Veranstalter des Musikfestivals zur Auflage gemacht. Bei dem Gespräch am Donnerstag hat die Verwaltung gefordert, die Besucherzahlen zu reduzieren, um die Sicherheit zu gewährleisten. Seit der Loveparade-Katastrophe in Duisburg vor vier Jahren sind die Auflagen in Sachen Fluchtwege bei Großveranstaltungen noch strenger geworden. "Und das ist auch richtig", sagt Törkel.

Diese Auflage wollte die Klassik Konzert Gesellschaft allerdings nicht erfüllen. "Ich kann doch nicht der Hälfte der Leute absagen", echauffiert sich der stellvertretende Vorsitzende Hans Jakobs: "Wie soll das denn gehen? Soll ich die Hälfte wieder nach Hause schicken?" Er betont, dass die Karten ihre Gültigkeit behalten - für das Konzert im nächsten Jahr, am 20. Juni. Dann allerdings heißt es nicht "Träumereien am Romantik-Schloss", sondern "Nacht der zehntausend Kerzen." Dabei hatte Pressesprecherin Ursula Schmücker, die von ihrem Vorstand nicht über die neue Entwicklung informiert wurde, gestern Vormittag noch in einem Gespräch mit der Rheinischen Post gehofft, dass das Konzert spätestens Mitte September aufgeführt werden könnte.

Sie machte sich auch Gedanken über die Rückgabe der Eintrittsgelder für die Konzertbesucher, die an dem September-Termin verhindert sind. Auf dem Anrufbeantworter des Kartenverkaufs war gestern zu hören: "Sowie die Stadt Düsseldorf uns die Freigabe des Benrather Parks mitteilt, werden wir den Termin im Internet... und auch in den Medien bekannt geben." Wer den Termin nicht wahrnehmen könne, solle die Karten an den Kartenservice schicken. Die Mitarbeiterin - offenbar in Urlaub - wird nach ihrer Rückkehr das Geld überweisen, heißt es auf dem Anrufbeantworter weiter. Eine unübliche Vorgehensweise. "Normalerweise gibt man die Karten dort persönlich zurück, wo man sie gekauft hat, oder man schickt lediglich eine Kopie per Fax", erklärt eine Mitarbeiterin eines Ticketservice.

(RP)
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