Benrath : Anfang Mai kommen die Flüchtlinge

Für die Unterbringung von Familien ist die gerade entstehende Container-Unterkunft an der Benrodestraße nicht geeignet. In diese klassischen Baucontainer ziehen die Bewohner zu zweit ein.

Es wächst - langsam, aber kontinuierlich: Das Container-Dorf für Flüchtlinge an der Benrodestraße. Baucontainer nach Baucontainer wird angeliefert und vor Ort montiert. 180 Container sollen es werden, für rund 200 Bewohner. Für die Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Düsseldorf, Miriam Koch, steht beim gestrigen Ortstermin eines fest: Solche klassischen Baucontainer, die man nämlich nicht zu unterschiedlich großen Einzel-Modulen verbinden kann, wird es an keinem anderen der weiteren neun Standorte geben. Auch nicht bei den vier Flüchtlingsheimen, für die die Stadtochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) neben dem in Benrath verantwortlich zeichnet.

Anfang Mai sollen die ersten Bewohner einziehen können. Und es werden vor allem Alleinreisende und keine Familien sein. Denn ein Container bietet lediglich Platz für zwei Menschen. So richtig unglücklich ist Miriam Koch darüber nicht, kann sie doch damit Flüchtlingen und Asylbewerber, die derzeit in einer Turnhalle untergebracht sind, ein besseres Wohnumfeld bieten. Die Nutzung der ehemaligen Spedition ist auf zwei Jahre begrenzt. Im Anschluss will die IDR als Eigentümerin das Areal einer neuen Nutzung zuführen. Koch hat sich am Montag in Köln ein anderes Container-Wohnheim angeschaut. Von dem ist sie immer noch ganz begeistert: "Das Wohnheim sieht von außen aus wie ein Einfamilienhaus. Und auch innen lassen sich Container so verbinden, dass dort Familien gut untergebracht werden können."

Ein positives Beispiel wie so etwas aussehen kann, ist die Kindertagesstätte von SOS Kinderdorf an der Koblenzer Straße. Weder von außen noch von innen kann man erkennen, dass die Einrichtung aus Containermodulen zusammengebaut wurde. Ob es so oder so aussieht, hängt aber auch vom Preis ab, den man bereit ist zu zahlen.

So etwas hochwertiges wie in Garath schwebt Koch auch für die anderen neun Flüchtlings-Container-Unterkünfte in Düsseldorf vor. Derzeit würden gerade Angebote von Anbietern eingeholt, so Koch. Denn da der Zustrom weiterhin unvermindert anhält, muss es schnell gehen: Nach den Sommerferien sollen die Modul-Wohnheime bezugsfertig sein.

Hans Jürgen Watty verfolgt mit großem Interesse den Aufbau der Container. Er und ein paar Mitstreiter stehen seit längerem in den Startlöchern, um Hilfspakete für die Neuankömmlinge zu schnüren. Am Dienstagabend hatte er auf Einladung der Bürgerstiftung einen gut besuchten Infoabend zum Thema Ehrenamt und Flüchtlinge in Gerresheim besucht. Auch am Tag danach ist er immer noch angetan von der strukturierten Veranstaltung. Die Hilfswilligen sollten sich in fünf Arbeitsgruppen aufteilen: Sachspenden, Sprachkurse, Freizeitgestaltung, Logistik und sonstiges. In allen Gruppen sei sehr konstruktiv gearbeitet worden, sagt Watty. Er will jetzt schon anfangen, Spenden und Kontakte zu sammeln. Denn die Stadt sorgt nur für eine Grundausstattung der Container und der Flüchtlinge; für alles weitere setzt man auf Helfer. Eine Idee, die Watty gleich einfällt, wenn er innerhalb des Geländes auf das Stück Fläche schaut, wo der Spielplatz entstehen soll: einen kleinen Gemüsegarten anlegen. Vielleicht mit Hilfe von Hochbeeten, ergänzt Koch, da ja nicht klar sei, ob der Boden auf dem Gelände belastet sei. Wichtig sei es, frühzeitig den Kontakt zu Vereinen aufzubauen, sagt Watty. So will er auch mit dem marokkanischen Verein Masjid Assalam Verbindung aufnehmen. Der baut in ein paar 100 Metern Luftlinie an der Nürnberger Straße ein Gemeindezenrum.

Als Schnittstelle zu den Bürgern sollen die Bezirksverwaltungsstellen dienen. Bei der für die Standorte Benrodestraße und Schimmelpfennigweg zuständigen Bezirksverwaltungsstelle soll ein Runder Tisch installiert werden. Am 12. März setzen sich die Stadtteilpolitiker und Koch zusammen; dann soll auch ein Termin für eine Bürgerinformation bestimmt werden: "In Düsseldorf gibt es grundsätzlich eine positive Stimmung gegenüber Flüchtlingen", sagt Koch. Und das, glaubt Watty, wird in Benrath nicht anders sein.

(RP)