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Benrath: Infoabend zu Schnellzug RRX: Lärmschutz hat oberste Priorität

Benrath : Infoabend zu Schnellzug RRX: Lärmschutz hat oberste Priorität

Die Düsseldorfer Bundestagsabgeordneten Thomas Jarzombek (CDU) und Andreas Rimkus (SPD) setzen sich im Verkehrsausschuss des Bundestages intensiv für einen Halt des Rhein-Ruhr-Expresses (RRX) in Benrath ein. "Düsseldorf hat extrem viele Pendler, dieses Projekt wird die bestehenden Verkehrsmittel entlasten", sagte Jarzombek (CDU) im RP-Gespräch bei einer Informationsveranstaltung seiner Partei zu diesem Thema: "Der RRX ist ein Regionalprojekt, da muss der Düsseldorfer Süden mit seinem regional wichtigen Bahnhof in Benrath angeschlossen werden."

Derzeit erstellt ein Gutachter im Auftrag der Bahn eine Wirtschaftlichkeitsstudie, die vor allem den Zeitverlust von Pendlern, die nicht in Benrath ein- oder aussteigen mit dem Zeitgewinn jener in Relation setzt, die von Benrath aus nach Leverkusen oder zum Hauptbahnhof fahren müssten, um einen Regionalzug zu bekommen.

Für das Großprojekt werden auch im Stadt-Süden umfangreiche Baumaßnahmen nötig. Auf dem Info-Abend stellte der Projektleiter der Deutschen Bahn, Michael Kolle, den aktuellen Stand vor. So soll zwischen Reisholz und dem Hauptbahnhof ein zusätzliches Gleis entstehen, da die bisherigen Kapazitäten für den RRX nicht ausreichten. Hinter dem Bahnhof in Reisholz soll eine Überführung gebaut werden, die den RRX auf eine eigene Trasse lenkt.

Die Bürger, die zahlreich in die Aula der Gemeinschaftshauptschule an der Bernburger Straße gekommen waren, äußerten ihre Sorge über eine erhöhte Lärmbelastung durch ein zusätzliches Gleis. "Wir werden dafür Sorge tragen, dass die Strecke moderne Schallschutzmaßnahmen erhält, die dazu führen werden, dass die Lärmemission sogar sinkt", sagte Michael Kolle. Möglich machen soll das eine etwa vier Meter hohe durchgängige Schallschutzwand in Abschnitten mit Wohnbebauung.

Bereits jetzt liegt die Lärmbelastung deutlich über den Grenzwerten. Da bestehende Strecken von den vor kurzem verschärften Lärmschutzauflagen ausgenommen sind, ist die Bahn erst mit dem Gleisneubau gesetzlich verpflichtet, neue Schallschutzwände und andere Maßnahmen zu errichten. Kolle rechnet mit einem Baubeginn nicht vor 2020. "Derzeit befinden wir uns in der Planungsphase. Die Planfeststellungsunterlagen wollen wir Ende des Jahres einreichen." Damit die Anwohner so wenig wie möglich vom Gleisbau mitbekommen, sollen zuerst die Schallschutzwände errichtet werden. Dies soll etwa zwei Jahre dauern. Bei den Bürgern kam Unmut hoch wegen der Beeinträchtigungen durch Baulärm und Baufahrzeuge. So werden Stellplätze am P&R-Parkplatz in Eller wegfallen und einige Gartenhäuser auf Privatgrundstücken müssen abgerissen werden. Für die Beeinträchtigungen auf privatem Grund wird die Bahn eine Entschädigung zahlen.

Der Bau erfolgt laut Kolle großteils auf dem Gelände der Bahn, nur an wenigen Stellen sei der Erwerb von zusätzlichen Grundstücken nötig, Häuser müssten nicht abgerissen werden. Das Lärmschutzkonzept soll, so Kolle, auch den Einbau von Schallschutzfenstern beinhalten, deren Kosten je nach Lärmbelastung komplett von der Deutschen Bahn getragen werden. Wer Anspruch auf solche Leistungen hat, wird unter anderem anhand eines Schallgutachtens ermittelt, das im April oder Mai vorliegen soll. Auf dieser Grundlage werden die Pläne, wenn nötig, nochmals überarbeitet. Betroffene Bürger können noch bis Ende des Jahres Anregen in die Planungen einfließen lassen.

(RP)