Benrath: Das Flüchtlingsdorf nimmt Gestalt an

Benrath : Das Flüchtlingsdorf nimmt Gestalt an

In der Sitzung der Bezirksvertretung 9 berichtete Vorsteher Karl-Heinz Graf, dass es Mitte März eine Infoveranstaltung zur Flüchtlings-Unterbringung geben soll. Seit gestern wird an der Aufstellung der Container gearbeitet.

Auf dem Areal der früheren Spedition an der Benrodestraße haben die Arbeiten für das neue Flüchtlingswohnheim begonnen. Etwa 200 Menschen sollen ab Frühjahr auf dem Gelände der Stadt-Tochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) untergebracht werden. Am Freitag wurde bereits um das ehemalige Speditionsgebäude ein etwa zwei Meter hoher Gitterzaun gezogen. Zur Benrodestraße gab es schon immer eine Mauer und ein Gittertor.

Gestern folgte nun die Montage der ersten 30 von rund 180 Containern, die mit Abschluss der Arbeiten das gesamte Areal füllen werden. Das Gelände ist bislang nur von der Benrodestraße aus zugänglich. Ein Haltverbotsschild verweist darauf, dass dort zwischen dem 19. Februar und dem 30. April von morgens 7 bis abends 19 Uhr nicht geparkt werden darf.

Die Straße bildet zugleich den einzigen Bereich, an den eine direkte Wohnbebauung grenzt. Alle anderen Seiten werden von Gewerbe- oder Brachflächen flankiert. Vielleicht auch wegen des winterlichen Wetters waren gestern rund um das Gelände kaum Anwohner unterwegs. Ein Passant äußerte sich aber im RP-Gespräch negativ über die angelieferten Container: "Die sind doch total klein, wie will man darin etwa eine ganze Familie unterbringen?". Für den heutigen Tag rechnen die Mitarbeiter der Baufirma mit einer Anlieferung von weiteren rund 70 Containern. Das Gelände soll zudem im eingezäunten Bereich einen Kinderspielplatz erhalten.

Und auch an der früheren Sportanlage Schimmelpfennigstraße werden bereits die Voraussetzungen geschaffen, um dort so bald als möglich weitere 200 bis 300 Asylbewerber in einem Containerdorf unterbringen zu können. Aus Sicht der Stadt ist das Areal erst einmal grundsätzlich geeignet. Zur endgültigen Bestimmung würden zurzeit aber noch genauere Untersuchungen durchgeführt und Gespräche mit Anbietern geführt, heißt es in einer Information des städtischen Gebäudemanagements für die Bezirkvertretung 9.

Da die Vegetations- und Vogel-Brutschutzzeit am 1. März beginnt, will die Stadt bis dahin alle in Betracht kommenden Grundstücke vorsorglich bis zu diesem Datum von Sträuchern freigeräumt haben. Bezirksvorsteher Karl-Heinz Graf hatte in der BV-Sitzung am Freitag berichtet, dass Mitte März für den Stadtbezirk 9 - also bevor die ersten Menschen in den Container-Anlagen einziehen werden - eine Informationsveranstaltung stattfinden soll. Den genauen Termin und Ort will Graf in den nächsten Tagen mit Miriam Koch absprechen. Die frühere Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen hat Oberbürgermeister Thomas Geisel vor kurzem erst zur Flüchtlingsbeauftragten der Stadt Düsseldorf gemacht.

Karl-Heinz Graf drängt darauf, dass der Termin schnell bekanntgegeben wird: "Es gibt Anwohner, die sich gerne sozial engagieren möchten." In seiner Sprechstunde am vergangenen Mittwoch war vor allem das geplante Flüchtlingsheim an der Schimmelpfennigstraße Thema gewesen. Unter anderem hat er einen Brief von Anwohnern erhalten, die sich darüber sorgen, dass die Container zu nahe an der dortigen Wohnbebauung stehen werden.

Neben den beiden neuen Benrather Standorten ist auch ein zusätzliche Containerdorf am Karweg geplant. In einem Gebäude an der Küppersteger Straße sollen ab April 30 Menschen untergebracht werden. In direkter Nachbarschaft sind es derzeit schon 60. Zusätzlich leben im alten Krankenhaus an der Hospitalstraße 20 Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind.

(RP)