Benrath: Am Sonntag bleiben die Geschäfte zu

Benrath : Am Sonntag bleiben die Geschäfte zu

Das Verwaltungsgericht kommt damit der Klage der Gewerkschaft nach. Aber das gilt nur für Benrath.

Die Nachricht, dass das Verwaltungsgericht den verkaufsoffenen Sonntag zum Maimarkt für unzulässig hält, den in der Innenstadt aber genehmigte, löste Fassungslosigkeit und Unverständnis aus. Noch am Dienstag hatte die Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Benrath, Melina Schulze, dem Gericht weitere Unterlagen zur Geschichte des Maimarktes - den es seit 2003 gibt - nachliefern müssen.

Doch auch dieses Schreiben überzeugte die Kammer nicht: Für die Attraktivität des Maimarktes fehle es an einer schlüssigen Prognose. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass der Sonntag der eigentliche Publikumsmagnet der zweitägigen Veranstaltung sei, heißt es wörtlich in der am Nachmittag vom Gericht verschickten Stellungnahme.

Diese Entscheidung sei ein Messen mit zweierlei Maß, sagt Schulze unserer Redaktion. Denn nicht nur die Geschäfte in der Innenstadt dürfen öffnen; auch die in der Nachbarstadt Hilden. Auch Hilden gehört zum Verdi-Bezirk Düsseldorf. Gegen deren Sonntagsöffnung hatte die Gewerkschaft nicht geklagt. Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf (CDU) hält den Beschluss für nicht nachvollziehbar. "Gerichte sind schon eine merkwürdige Sache", kommentierte er die Entscheidung, zumal anlässlich der Fachmesse Interpack in der City die Geschäfte geöffnet haben. Auch sein Stellvertreter Udo Skalnik (SPD) kann die Klage nicht nachvollziehen, "obwohl ich Verdi-Mitglied bin." FDP-Landtagskandidatin Christine Rachner fordert die Liberalisierung der Öffnungszeiten: "Wir müssen den Handel schützen: Wir verbieten ja auch einem Onlinehändler nicht den Verkauf freiatgs ab 18 Uhr."

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Ulrich Ohm, Inhaber der Buchhandlung Dietsch, reagierte zunächst sachlich. Er sei traurig. "Ich hätte gern geöffnet", sagt er. "Auch meine Mitarbeiter, wären gerne gekommen." Dann erklärt er, es sei eine Frechheit, dass es Verdi solange hinausgezögert habe, zu klagen. Jetzt habe das Gericht erst nach den Feiertagen entschieden, drei Tage vor dem Maimarkt. "Das ist eine Unverschämtheit. Verdi ist für mich indiskutabel. Wie kann man nur so weltfremd sein?", echauffiert sich Ohm. Das seien Machtspielchen auf dem Rücken der Bürger. Aus Erfahrung wisse er, dass die Kunden gerne sonntags kommen, weil dann alles ruhiger und gelassener sei.

Verdis Klage hat Sonja Rütten und Ulla Wünsche einen arbeitsfreien Sonntag verschafft. "Wir sind hier bei Goldatelier Edeler ein eingespieltes Team und sind gerne an den verkaufsoffenen Sonntagen im Geschäft. Und zwei Sonntagsöffnungen im Jahr sind doch wahrlich kein Problem", sagen beide unisono. Und: "Gerade der Maimarkt ist doch so eine schöne Veranstaltung." Völlig mitgenommen von der Entscheidung des Verwaltungsgerichtes ist auch Birgit Nierenberger von b.wundert: "Anlässlich des Maimarktes und des vor der Tür stehenden Muttertages wurde die Sonntagsöffnung viel von Müttern mit ihren Töchtern genutzt, die bei einem Glas Sekt bei uns in netter Atmosphäre eingekauft haben." Sie will nun stattdessen am Samstag bis 18 Uhr ihr Geschäft offen lassen.

(RP)
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