Düsseldorf: Daniela Wander schreibt in neuem Buch vom historischen Düsseldorf

Neuer Roman : Krimiautorin schreibt über historisches Düsseldorf

Erst war es die Kunst, die Daniela Wanders faszinierte, dann war der das Schreiben. Nun kam ein Krimiroman heraus.

Die Faszination für Geschichte zieht sich wie ein roter Faden durch Daniela Wanders Leben. Zum einen, weil sie zunächst Kunstgeschichte studierte und lange Zeit als Kunstexpertin für ein Versicherungsunternehmen arbeitete. Zum anderen taucht sie ein in die Vergangenheit, wenn sie sich an den Schreibtisch setzt und beginnt, Geschichten aufzuschreiben. Das macht sie mit so großer Leidenschaft, dass Wander mittlerweile Autorin für historische Romane ist. Gerade ist mit „Der Kaufmann und die Unbeugsame“ ihr aktuelles Werk erschienen, das im Düsseldorf des 16. Jahrhunderts spielt.

Eine Passion für die Geschichten in der Vergangenheit hatte sie schon immer. Das trieb sie auch in ihren Beruf als Kunsthistorikerin. „Mich interessierte schon immer die Botschaft hinter einem Bild“, erzählt sie. Schließlich seien diese immer auch ein Zeugnis von Politik und Gesellschaft der jeweiligen Zeit. Dabei liegt Wanders Augenmerk weniger auf den großen politischen Zusammenhängen, sondern vielmehr auf den Erlebnissen einzelner Personen: „Mich reizt der Mensch hinter der Geschichte“, sagt sie. So kam die in Düsseldorf lebende Autorin irgendwann dazu, diese Vorgehensweise auch in ihren historischen Roman zu verwenden. Die von ihr favorisierte Epoche ist dabei der Übergang zwischen Spätmittelalter und früher Neuzeit. Eine Epoche, die durch viele Umbrüche gekennzeichnet ist.

Ihr aktueller Roman spielt in den Vereinigten Herzogtümern Jülich-Kleve-Berg, zu denen Düsseldorf im 16. Jahrhundert gehörte und das von Herzog Wilhelm regiert wurde. In dieser Kulisse kreierte Wander die beiden Charaktere Jolanda von Auerbroich und Conrad Franckh, die beide unter Mordverdacht stehen, sich jedoch als Opfer einer Intrige sehen und folglich eigene Ermittlungen beginnen. Ein Roman, in dem es nicht nur um Kriminalität geht, sondern auch um Emanzipation. Das zeigt sich an der charakterlichen Entwicklung der Hauptfigur Jolanda, die sich von einem schüchternen Mädchen im Verlaufe der Handlung zu einer selbstbewussten Frau entwickelt.

Als Kunsthistorikern achtet Daniela Wander dabei auf historisch korrekte Details. Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren, die lediglich schemenhaft eine historische Kulisse erstellen, ohne dabei auf die Richtigkeit der Fakten zu achten, betreibt Wander im Vorfeld ihrer Romane jeweils eine große Recherche. „Es ist mir wichtig, dass die historischen Begebenheiten Hand und Fuß haben“, berichtet sie, „denn ich möchte keine Klischees bedienen“. Dazu setzt sie sich auch mit den jeweiligen Akteuren der Zeit auseinander. So zum Beispiel mit Herzog Wilhelm. „Ich versuche zu verstehen, was das für ein Mensch war“, erzählt sie. Das beinhaltet sowohl Charakter als auch Aussehen.

Ähnlich wie die historische Kulisse ist auch ihre fiktive Geschichte zu großen Teilen vor Beginn des Schreibens von ihr konstruiert. Anders wäre es bei Kriminalromanen mit der Suche nach Täter und Motiv auch schwierig. Das schließt jedoch nicht eine Veränderung im Verlauf der Romanentwicklung aus. „Die Charaktere entwickeln ein Eigenleben“, sagt Daniela Wander.

Während es in ihren Büchern um Mord und Verbrechen geht, mag es Daniela Wander privat eher ruhiger. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie im Stadtteil Wittlaer, den sie aufgrund seiner Natur und der Nähe zum Rhein für Ausflüge zu Fuß und mit dem Fahrrad schätzt. Obwohl Daniela Wander in Köln geboren wurde, fühlt sie sich in der Landeshauptstadt sehr wohl. „Ich mag die Offenheit der Düsseldorfer“, sagt sie, „und ich fühle mich hier sehr heimisch“.

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