Düsseldorf: Valentin Ruckebiers Leben gehört der Musik

Jung-Komponist: Valentin Ruckebiers Leben gehört der Musik

Der Musik gehört sein Leben. Sein junges Leben, denn Valentin Ruckebier ist erst 20, dafür aber sehr erfolgreich.

Bevor Valentin Ruckebier selber Noten aufschreiben konnte, fing er an, eigene Stücke auf dem Klavier zu komponieren. Mittlerweile ist er 20 Jahre alt, und für seine Kompositionen wurde er schon mehrfach ausgezeichnet. Richtungsweisend war da sicher seine Herkunft: Der junge Mann kommt aus einer klassischen Berufsmusiker-Familie. Sein Vater ist Gitarrist, seine Mutter Sängerin und Flötistin. Da lag es auf der Hand, dass sich auch Sohn Valentin mit vier Jahren ein erstes Musikinstrument aussuchen durfte. Damals entschied er sich für die Geige, nahm ab seinem achten Lebensjahr zusätzlich Klavierunterricht. „Irgendwann habe ich dann angefangen, gelernte Stücke selber zu verlängern. Da ich damals noch keine Noten selber aufschreiben konnte, hat mein Vater das gemacht“, erinnert er sich an seine ersten Kompositions-Schritte zurück. Er spielte auch Violine im Kammerorchester der Musik- und Kunstschule Remscheid und sang in einem Wuppertaler Knabenchor.

Sein Talent blieb nicht lange im Verborgenen, und so nahm er schon sehr früh Kompositionsunterricht. Zunächst bei Professor Thomas Holland-Moritz in Remscheid, ab 2009 dann beim britischen Komponisten David P. Graham an der Clara-Schuman-Musikschule in Düsseldorf. Mit gerade einmal 16 Jahren wurde der begabte Komponist Jungstudent an der Robert Schumann Hochschule (RSH), an der er seit 2015 als Bachelorstudent eingeschrieben ist. „Letztes Jahr hab ich zusätzlich zur Komposition ein Gesangsstudium angefangen“, sagt Valentin, der nach Abschluss des Bachelors seinen Master an der RSH anhängen will.

Auch über sein Studium hinaus ist er fleißig. Einige Werke von ihm wurden unter anderem von den Augsburger Philharmonikern, der Rheinischen Philharmonie Koblenz, dem E-MEX-Ensemble oder dem Tanzhaus NRW uraufgeführt. Dafür wurde er bereits mit einem guten Dutzend Auszeichnungen prämiert. Darunter als Sieger des Landeswettbewerb „Jugend komponiert“ und zuletzt als Gewinner des Förderpreises des Heimatvereins Düsseldorfer Jonges für „erstaunliche handwerkliche Reife“. Von dieser Ehrung wusste er im Vorfeld gar nichts. „Da hat mich meine Hochschule vorgeschlagen“, sagt Ruckebier. Seit 2010 wird die Auszeichnung des Heimatvereins alle zwei Jahre als Förderung und Unterstützung junger, talentierter Musiker verliehen. Auch das Fernsehen wurde schon früh aufmerksam auf ihn: Vor vier Jahren strahlten WDR und ARD im Rahmen der Dokumentationsreihe „DokYou“ einen Film über seinen besonderen musikalischen Werdegang aus.

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Seine Stücke orientieren sich an der moderneren Klassik, „wobei die Emotionalität eine viel größere Rolle spielt“, wie er selber sagt. Dabei geistert dem jungen Komponisten zunächst eine Idee oder ein Konzept im Kopf herum. Der Ursprung dieser Idee kann ganz unterschiedlicher Natur sein. „Mal ist es ein Zitat, Charaktere und Rollen aus Geschichten oder andere Stücke“, so Valentin. Erst wenn das Konzept steht, setzt er sich hin und komponiert die Musik. Je nach musikalischer Besetzung und Länge dauert das schon mal gut vier Wochen. „Tendenziell aber eher länger.“

Aktuell arbeitet Valentin an seiner ersten eigenen Oper. „Der Plan steht schon seit einem Jahr, aber so ein Werk dauert natürlich auch seine Zeit.“ Da die Oper neben dem Studium entsteht und zudem nicht als Auftrag, sondern durch Eigenmotivation, geht der junge Komponist Schritt für Schritt vor: Als „Work in progress“ bezeichnet er das. ⇥Sebastian Kalenberg