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Düsseldorf: Stadt baut das Netz der Radwege aus

Düsseldorf : Stadt baut das Netz der Radwege aus

In den nächsten Jahren sollen alle Lücken geschlossen und die Hauptrouten für Schnellfahrer ausgebaut werden. Der Etat für Radverkehr wird weiter aufgestockt. Das Fernziel ist ein Radfahreranteil von mehr als 20 Prozent.

Der Anteil der Fahrradfahrer ist in Düsseldorf in den vergangenen Jahren immens gestiegen. "Das Fahrrad ist das bevorzugte urbane Verkehrsmittel", sagt OB Thomas Geisel, der selbst gerne aufs Rad steigt. Deshalb hat die Stadt gemeinsam mit zwei Ingenieurbüros in den vergangenen zwei Jahren ein gesamtstädtisches Radhauptnetz entwickeln lassen. Der Entwurf, der nun auch im Verkehrsausschuss der Politik vorgestellt wurde, soll Diskussionsbasis für die zehn Bezirksvertretungen und die Bürger sein - Start ist voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2015.

Ziele Das Radnetz soll sicher, gut erkennbar und einprägsam sein und damit Radfahrern eine leichte Orientierung im Stadtgebiet ermöglichen. Es soll so gut ausgebaut sein, dass Geschwindigkeiten von 20 bis 25 Stundenkilometern für Radfahrer möglich sind - das besonders deshalb, weil immer mehr Menschen auf elektrobetriebene Pedelecs steigen. Zudem soll das Radnetz möglichst große Mengen an Radfahrern aufnehmen können.

Kriterien Das Verkehrsdezernat von Stephan Keller hat mit den Ingenieurbüros die bestehenden Bezirksnetze, geplante Radschnellwege, die Besonderheiten der Stadtstruktur sowie die unterschiedlichen Anforderungen der Radfahrer (manche mögen?s schnell, andere gemütlich) analysiert und daraus ein Wunschliniennetz entwickelt (s. Grafik). "Dabei haben wir die Zentren der Stadtteile verknüpft", sagt Keller. Auch Verbindungen in die Region sind berücksichtigt. Dieses fast perfekte Netz wurde dann bewertet - nach Radstrecken, die bereits bestehen oder mit wenig Aufwand eingerichtet werden können, bis zu jenen, für die massive Eingriffe in den Straßenraum oder Verkehrsverlauf nötig sind.

Knackpunkte Zu etwa 80 Prozent ist das Wunschliniennetz laut Keller bereits vorhanden oder leicht umzusetzen. Zu den Herausforderungen zählen zum Beispiel die Luegallee, die Heerdter Landstraße, die Merowinger Straße, die Prinz-Georg-Straße, die Arnheimer Straße und die Grafenberger Allee. Bei Letzterer stellt sich die Problematik, dass die Haltestelle Uhlandstraße bald barrierefrei saniert wird, dort aber bislang nur 1,20 Meter breite Radwege vorgesehen sind. Als Teil des Radnetzes wäre auf der Grafenberger Allee eine Breite von zwei Metern optimal. Keller hat deshalb der Politik versprochen, die Pläne für die Station noch mal zu prüfen.

Instrumente Es gibt durchgezogene Radstreifen auf der Fahrbahn, Schutzstreifen mit gestrichelter Linie (dürfen von Autos überfahren werden, wenn kein Radfahrer da ist) und abmarkierte Radwege auf Gehwegen. Auch Fahrradstraßen sollen angelegt werden (bisher gibt es in Düsseldorf nur eine, die Bismarckstraße, die aber nie funktioniert hat). Einen Schwerpunkt will Keller auf flexible Netzelemente legen, also Flächen, die zu unterschiedlichen Zeiten von verschiedenen Verkehrsteilnehmern genutzt werden oder die Wahlmöglichkeiten lassen.

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(arl)