1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Radfahrer gedenken der Opfer von tödlichen Unfällen

Mobilität in Mönchengladbach : Radfahrer gedenken der Opfer von tödlichen Unfällen

40 Radfahrer begaben sich auf Bitten des ADFC zu den weißen Fahrrädern in der Stadt, die als Symbol an Unfälle mit tödlich verunglückten Radfahrern erinnern.

„Denkt an alle, die Schaden genommen haben. Hinter jedem Unfallopfer steht ein Mensch, der eine Familie hatte“, appellierte Stephan Terhorst am vor den Teilnehmern des „Ride of Silence“. Im Hinblick auf die vor ihnen liegenden 26 Kilometer Fahrstrecke zu den weißen Geisterfahrrädern, die exemplarisch für die Radfahrer stehen, die bei einem Unfall ums Leben gekommen sind, bat der zweite Vorsitzende der Fahrradfahrer-Lobby ADFC darum, sich nicht zu unterhalten oder Musik spielen zu lassen.

Rund 40 Männer und Frauen auf Holland-, Sport- und Lastenrädern oder E-Bike waren der Einladung des ADFC Mönchengladbach gefolgt, sich der weltweit stattfindenden Aktion „Ride of Silence“ anzuschließen. Terhorst erinnerte eindringlich an die 375 Fahrradunfälle in Mönchengladbach im vergangenen Jahr, von denen 276 mit einer mehr oder weniger schweren Verletzung einhergingen. „Wir fordern mehr Sicherheit für Radfahrer im Stadtverkehr“, so Terhorst.

Gerda Prinz ist täglich mit dem Fahrrad unterwegs, sie hat zwei leichte Unfälle hinter sich und meint: „Die Autofahrer sind rücksichtsloser geworden.“ Mit ihrer Teilnahme am „Ride of Silence“ wollte sie auf die Gefahren für die Radfahrer auf den Straßen aufmerksam machen. „Radfahrer werden nicht ernst genommen“, stellte Alexander Bulz fest, der beruflich viel auf dem Lastenrad unterwegs ist. Präsenz als Radfahrerin zeigen wollte auch Daniela Mertens, tägliche Radfahrerin ohne Auto. Für Heike Kox war die Teilnahme eine Solidaritätsbekundung für die Unfallopfer. Und Guido Possehl aus dem Vorstand des Mönchengladbacher ADFC wünschte sich, dass die lokale Verkehrspolitik mehr Wert auf das Radfahren und die Radfahrer legt.

  • Ein „Geisterrad“ steht an der Neusser
    Weltweite Fahrradaktion : Gedenkfahrt zu Unfallstellen, an denen Radfahrer starben
  • Die Polizei bittet Zeugen des Unfalls,
    Unfall in Tönisvorst : Radfahrerin stößt in Vorst mit Auto zusammen
  • Unfall in Remscheid : 15-jähriger Radfahrer schwer verletzt

Stephan Terhorsts Forderung ist die nach „null Unfällen“. Dies sei aber mit dem geringen Platz im Straßenraum in Mönchengladbach für Radfahrer nicht möglich. Es brauche eine andere Verteilung des Straßenraums, durch die die Fahrradfahrer eine eigene, abgegrenzte und damit gesicherte Fahrspur nach dem Vorbild einer „Protected Bike Lane“ erhielten.