1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Kultur

Düsseldorf: Clubs sollen mit Mitteln aus Hilfsfonds entlastet werden

Corona-Pandemie : Clubs sollen mit Mitteln aus Hilfsfonds entlastet werden

Da keine Festveranstaltungen stattfinden, stehen kleine Kulturbetriebe in Düsseldorf vor dem Aus. Manche rufen zur Spendenaktion auf, um die eigene Existenz zu bewahren. Bald soll es endlich Zuschüsse geben. Die Entscheidung muss die Politik aber noch fällen.

Freie Kulturbetriebe haben es während der Corona-Pandemie schwer. Seit drei Monaten können sie keine großen Festveranstaltungen ausrichten. Und bis September bleibt das voraussichtlich auch so. Die fehlenden Einnahmen bei laufenden Betriebskosten gefährden die Existenz der Clubs.

Betroffen ist beispielsweise der Kulturschlachthof in Derendorf. In der Krise wendet sich Besitzer Roger Erdmenger mit einem Spendenaufruf an Freunde des Clubs. „Rettet den R25-Kulturschlachthof“ heißt die Kampagne, die Erdmenger gemeinsam mit dem Veranstalter Felix Wursthorn auf der Crowdfunding-Plattform Gofundme gestartet hat. „Es bleibt uns nichts anderes übrig“, erklärt Wursthorn: „Wir brauchen konkrete Hilfe.“

Im Kulturschlachthof finden jährlich etwa 70 Shows statt: vom Comedy Slam über wöchentliche Jam-Sessions bis hin zu Konzert- und Partyreihen. Doch seit März herrscht Stille. Mit einem geregelten Betrieb vor September rechnen Wursthorn und Erdmenger nicht. Allerdings muss bis dahin Miete gezahlt werden. Bisher habe sich der Club mit eigenen Mitteln aushelfen können, berichtet Wursthorn: „Die sind jetzt erschöpft.“ Um zumidest die Miete bis September bezahlen zu können, habe man die Cowdfunding-Kampagne gestartet.

  • Studenten sitzen bei der Erstsemesterbegrüßung am
    Corona-Lockdown : Studierende in Notlage können ab Dienstag Zuschüsse beantragen
  • Der Eingangsbereich des Ernst von Bergmann
    Ernst von Bergmann-Klinik in Potsdam : Staatsanwalt ermittelt nach Corona-Ausbruch gegen Ärzte und Klinikleitung
  • Eine Frau im Jobcenter (Symbol).
    Studie der AOK Rheinland und Uniklinik Düsseldorf : Arbeitslose haben höheres Risiko für Corona-Klinikaufenthalt
  • ARCHIV - 04.12.2018, Sachsen, Dresden: ILLUSTRATION
    Finanzbericht der Stadt Wegberg : 800.000 Euro weniger wegen Corona
  • Das Logo der Bekleidungskette Hennes und
    Filialschließungen angekündigt : Modekette H&M brechen wegen Corona die Umsätze weg
  • Annekatrin Schaller, Günther Schädlich, Christiane Zangs
    Veröffentlichung in Neuss : Jahresbericht Kultur liefert Zeugnis der Vor-Corona-Zeit

Dass Clubs und Livemusik-Spielstätten vor dem Aus stehen, ist in der Politik bekannt – und wird jetzt adressiert. Anfang Juni fand im Düsseldorfer Kulturausschuss ein von SPD und Bündis 90/Die Grünen gestellter Ergänzungsantrag eine Mehrheit. Die beiden Ratsfraktionen empfahlen, „den Hilfsfond zur Sicherung der kulturellen Infrastruktur in Düsseldorf auf bis zu 750.000 Euro zu erweitern“. Die Mittel sollen auf Antrag ausgeschüttet werden. Wie die Aufstockung finanziert werden kann, stellt die Verwaltung bei der Ratssitzung am Mittwoch, 17. Juni, vor.

Mit-Antragstellerin Clara Gerlach, Kulturpolitische Sprecherin der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Düsseldorf, erklärt, wieso die Aufstockung wichtig sei. Sie sagt, dass so mit geringen finanziellen Mitteln eine große kulturelle Vielfalt bewahrt werden könne. Die freien Kulturbetriebe „bereichern das Leben in den Stadtteilen“, sagt Gerlach und betont: „Die Stadt muss einspringen, wenn diese Orte erhalten bleiben sollen.“

Letztendlich fällt die Entscheidung über das Verfahren der Anträge im Kulturausschuss. Da die nächste Sitzung erst Ende September erfolgt, fordert Clara Gerlach eine Sondersitzung. Denn die Zuschüsse müssten die Clubs „so schnell wie möglich“ erreichen, sagt sie.

(capf)