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Veröffentlichung in Neuss: Jahresbericht Kultur liefert Zeugnis der Vor-Corona-Zeit

Veröffentlichung in Neuss : Jahresbericht Kultur liefert Zeugnis der Vor-Corona-Zeit

Der Jahresbericht Kultur 2019 ist erschienen: Wer ihn nun zu Zeiten der Corona-Krise liest, nimmt ihn aus einem anderen Blickwinkel wahr. Er zeigt einen Status kulturellen Lebens, von dem unklar ist, wann wieder zu ihm zurückgekehrt werden kann.

Ein wenig wehmütig wird Kulturdezernentin Christiane Zangs, wenn sie durch den Jahresbericht Kultur 2019 blättert: Der wurde nun – coronabedingt später als geplant – sowohl online als auch in einer gedruckten Version veröffentlicht.

Auf 88 Seiten zeigt der Bericht, welche Arbeiten die Neusser Kultureinrichtungen im vergangenen Jahr geleistet haben. Es wird aber auch ein Ausblick auf das aktuelle Jahr gegeben. Da die Berichte noch vor der Pandemie geschrieben wurden, mussten einige der Pläne entfallen. „Wir arbeiten aber mit Hochdruck daran, dass viele doch noch stattfinden können“, sagt Günther Schädlich, stellvertretender Kulturamtsleiter.

„Der Bericht ist ein wichtiges Zeugnis“, sagt Zangs. Er halte den Status fest, den es vor der Krise im Neusser Kulturleben gegeben hat und von dem man noch nicht wisse, wie daran in Zukunft wieder angeknüpft werden kann.  Auch anson­sten schlägt der Bericht einen Bogen zu der aktuellen Situation: So steht er unter den Leitthemen „Nachhaltigkeit und Digitalisierung“. Beides habe laut Zangs die Kulturaktivität in Neuss im Jahr 2019 grundlegend geprägt. Durch die Corona-Pandemie erlangen sie jedoch eine neue Bedeutung. Digitalisierung sei so bisher vor allem für Inventarisierung, Marketing und Kommunikation genutzt worden, sagt Zangs. Seit der Corona-Krise diente sie aber immer mehr auch als temporärer Ersatz für kulturelle Erlebnisse. Welche Veränderungen dadurch entstehen, müsste erst noch ausgelotet werden. Aber eine Erkenntnis gebe es schon jetzt: Das Erleben des Originals und der direkte Kontakt können dadurch nicht ersetzt werden.

Ausgelegt wird der Jahresbericht in einer Auflage von 750 Stück beispielsweise in Institutionen, aber auch in Ämtern und der Touristeninformation. Interessierte können den Bericht aber auch online auf der Homepage der Stadt einsehen. In diesem Jahr präsentiert der Bericht sich in einem neuen Magazinstil, der durch 148 Abbildungen abgerundet wird: „Das Layout wirkt nun weniger statisch“, sagt Historikerin Annekathrin Schaller, die seit 2006 die Zusammenstellung der Berichte betreut.

Gegliedert ist der Bericht in sieben Themen, 15 städtische und neun nichtstädtische Institutionen und Veranstaltunsgreihen werden darin abgebildet. Aus Anlass seines 25-jährigen Bestehens ist das Off-Theater als Gast vertreten.

Neben Bürgermeister Reiner Breuer und Dezernentin Christiane Zangs hat diesmal auch der Vorsitzende des Kulturausschusses Michael Ziege ein Vorwort geschrieben. Passend zur Situation zeigt das Cover ein Werk von Gerhard Hoehme. „De la catastophe à la rose“ so der Titel – also „Von der Katastrophe zur Rose“.

(ubg)