Düsseldorf: Immer mehr Nachfrage nach Car-Sharing

Car-Sharing : Immer mehr Düsseldorfer wollen sich ein Auto teilen

Die Nachfrage nach Carsharing wächst nirgendwo so stark wie im Rheinland. Die beiden größten Anbieter sind von Überlegungen, ihre Reichweiten zu verkleinern, abgekommen. Was Sie sonst noch wissen müssen, haben wir für Sie zusammengefasst.

Weltweit nimmt das Carsharing zu. Zumindest die beiden großen Anbieter Car2go (Daimler) und DriveNow (BMW) verzeichnen ein Wachstum von mehr als 20 Prozent für 2018 gegenüber 2017. Deutschland, insbesondere das Geschäftsgebiet Düsseldorf/Köln, liegt bei der Steigerung sogar noch ein paar Prozentpunkte darüber. Allein Car2go verzeichnete im vergangenen Jahr ein Plus von 100.000 Vermietungen im rheinischen Geschäftsgebiet. Mit dem wachsenden Zuspruch wird auch eine weitere Schrumpf-Kur bei den Stadtteilen und Ortschaften, die mit den Fahrzeugen angesteuert werden können, unwahrscheinlich. Auch die geplante Fusion beider deutscher Carsharing-Marken soll zu keiner Verkleinerung der Geschäftsgebiete führen. Konkrete Angaben wollen die Unternehmen aber jetzt noch nicht machen.

Wie hat sich die Modell-Vielfalt entwickelt? Die Zeiten sind vorbei wo Car2go nur die Kleinstwagen der Daimler-Marke „Smart“ im Einsatz hatte. Mittlerweile können Düsseldorfer auch auf Limousinen und Crossover-Modelle der A-Klasse und B-Klasse zurückgreifen. DriveNow hat die Modellpalette kürzlich um den kleinen Geländekreuzer X2 erweitert. Er eignet sich für Familien oder den Großeinkauf. Auch die Fahrt mit Gepäck etwa zum Flughafen erfordert ja ein Mindestmaß an Kofferraum-Volumen.

Gibt es mehr Autos mit Elektromotor? Wenn es nach dem Geschmack der Düsseldorfer ginge, wäre Carsharing fast komplett elektrisch. Bei einer Umfrage von DriveNow würden sich 82 Prozent der befragten Düsseldorfer für einen Stromer entscheiden. Die Zahl der Nutzbaren Ladesäulen hat sich kürzlich von 41 auf 44 erhöht. Car2go agiert bei der Flotten-Elektrifizierung derweil noch vorsichtig, was den Raum Düsseldorf anbelangt. Stuttgart, Amsterdam, Paris und bald auch Hamburg sind mit reinen Elektroflotten versorgt, in Düsseldorf und Köln besteht dafür nach Ansicht von Car2go noch nicht die passende Infrastruktur.

Was ändert sich bei einer Fusion von Car2go und DriveNow? Vor einigen Wochen haben EU-Kommission und US-Kartellamt grünes Licht für die Fusion gegeben. Vollzogen wird die Fusion aber erst Ende Januar. Über Veränderungen des Düsseldorf-Kölner Geschäftsgebiet ist noch nichts Offizielles bekannt. Gewiss ist aber die Einführung neuer Bausteine: So entwickelt man etwa gemeinsam die „On demand Mobility“, eine App, die den Kunden, der von A nach B will, umfassend und maßgeschneidert mit den am besten geeigneten Verkehrsmitteln versorgt.

Wer sind die Kunden? Nicht nur Düsseldorfer Privatleute nutzen die Carsharing-Angebote. Längst sind auch große und mittelständische Firmen zugestiegen. Die Metro und Bayer haben bereits ihre eigenen Parkplätze von Car2go, die Firma Henkel soll nun folgen. Angebunden sind auch L’Oréal und Vodafone. Bei den kleineren Betrieben sind es vor allem modebewusste Branchen, die Carsharing nutzen, darunter Marketing-Agenturen und Medien-Unternehmen in Düsseldorf und Köln.