Grüne wollen Fahrradstraße am Benrather Rheinufer

Benrath : Grüne wollen Radstraße am Rheinufer

Einen entsprechenden Antrag hat Richard F. Wagner für die Sitzung der Bezirksvertretung 9 am 25. Januar gestellt. Der dortige Koalitionspartner CDU ist jedoch dagegen.

Seit dem 13. August 2009 gilt am Rheinufer zwischen Benrath und Urdenbach Tempo 30. Damals war die Aufregung groß: „Diese Regelung, die auch den Berufsverkehr von Baumberg nach Düsseldorf betrifft, ist keine Verkehrsberuhigung, sondern eine Verkehrsbehinderung“, hieß es am 26. August in unserer Zeitung. Manch Urdenbacher sprach gar von der neuesten Schikane der Politiker. Und tatsächlich war es damals die Bezirksvertretung (BV) 9 und nicht die Stadt, die sich für die Temporeduzierung stark gemacht hatte.

Wenn es so kommen sollte, wie es die Grünen in einem Antrag für die BV-Sitzung am 25. Januar fordern, könnte bald sogar Tempo 30 passé sein. In diesem fordert die Partei von Richard F. Wagner die Einrichtung einer Fahrradstraße von der  Pigageallee über das Benrather Schlos‑sufer und Am Alten Rhein zwischen Meliesallee und Urdenbacher Dorfstraße. Darüber hinaus soll die Verwaltung prüfen, welcher Kfz-Verkehr dort dann noch zugelassen werden soll. Für möglich halten die Grünen auch das Aufstellen des Schildes „Anlieger frei“. Fahrzeugführer, die beispielsweise die Straße als Abkürzung benutzen wollten oder ohne triftigen Grund dort parkten, wäre die Benutzung verboten.

Als Erläuterung heißt es in dem Grünen-Antrag, dass obwohl die Radwegpflicht am Schlossufer seit 2012 aufgehoben ist, der alte kombinierte Rad-Gehweg weiterhin von Radfahrern genutzt werde. Dieses, so Wagner, führe zu Konflikten zwischen Spaziergängern und Radlern. Das Radfahren  auf der Straße sorge hingegen für Konflikte mit Autofahrern. Aus Sicht der Grünen würde eine Fahrradstraße zudem gut in das Projekt der Aufwertung des Rheinufers passen. Daran lässt das Gartenamt ein Planungsbüro arbeiten.

Laut Richard F. Wagner sind auf diesem Abschnitt „alle Voraussetzungen für die Umwandlung in eine Fahrradstraße gegeben“. In der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung heißt es „Fahrradstraßen kommen dann in Betracht, wenn der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies bald zu erwarten ist. Nur ausnahmsweise sollen andere Fahrzeuge als der Radverkehr in Fahrradstraßen mit einem Zusatzzeichen zugelassen werden. Darum müssen, ehe eine Fahrradstraße ausgewiesen wird, alternative Wege für den Kraftfahrzeugverkehr ausgelotet und deren Bedürfnisse berücksichtigt werden.“

Der Ortweg zum Ausleger ist seit März 2017 Fahrradstraße. Foto: wa

In der Bezirksvertretung 9 kooperieren CDU und Grüne seit der Kommunalwahl 2014 miteinander. Im Koalitionsvertrag heißt es, dass auch die CDU die Einführung von Fahrradstraßen im Stadtbezirk befürwortet. Doch nur dort, wo es passt. Und aus unserer Sicht passt es dort nicht“, sagt der CDU-Fraktionschef in der BV 9, Dirk Angerhausen. Er glaubt nicht, dass über diese Frage das Bündnis auseinanderbricht. Denn seine Fraktionskollegen haben jetzt schon signalisiert, sich gegen den Fahrradstraßen-Antrag auszusprechen. So ist beispielsweise Melina Schulze dafür, vorab die Bürger zu befragen, ob diese das wollen.

Ein Gegenargument ist für Angerhausen, dass sich der motorisierte Verkehr dann eine Ausweichstrecke suchen muss: Und dann werden vor allem die Urdenbacher Allee und die Urdenbacher Dorfstraße, also das Zentrum des dörflichen Stadtteils, stark belastet werden.

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