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Dormagen: Wo aus Gärten Bauland wird

Dormagen : Wo aus Gärten Bauland wird

Das Thema Verdichtung in der Innenstadt ist umstritten. Von Anwohnern der Vom-Stein-Straße gab es Protest. Daher wird überlegt, von der Florastraße aus zu erschließen. Auch hinter der Römerstraße könnte es bald Bauland geben.

Langsam werden die städtischen Baugebiete knapp: Im Malerviertel II, Im Gansdahl II und das Gebiet am Alten Flügeldeich sind die Grundstücke zum Großteil verkauft. "Die Nachfrage nach gut gelegenen Grundstücken ist ungebrochen groß", sagt Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann. Dieser Zustand und der Wunsch nach zentrumsnahem Wohnraum rufen das Thema Verdichtung, die Bebauung der Innenstadt-Gärten und Freiflächen wieder auf den Plan.

Peter-Olaf Hoffmann: "Nachfrage nach gut gelegenen Grundstücken ist ungebrochen groß." Foto: Büntig

Was dem einen Bürger ein Groll ist, treibt dem anderen die Euro-Zeichen in die Augen. Aktuell wird über Gartenbebauung zwischen Flora- und Vom-Stein-Straße sowie an der Römerstraße nachgedacht. Noch im Dezember schien das Thema für die Vom-Stein-Straße vom Tisch. "Wir haben während eines CDU-Forums die große Lösung für den Gartenbereich vorgestellt und sind auf heftigen Widerstand der Anwohner gestoßen", blickt Hoffmann zurück. Damals kündigte er gegenüber der NGZ an: "Wir planen nicht gegen den Willen der Bürger."

Begrüßt das Vorhaben: André Heryschek Foto: nn

Für die Grundstückseigentümer der Florastraße scheint die Thematik weniger explosiv zu sein. "So haben wir einen neuen Vorschlag erarbeitet, der die Vom-Stein-Straße außen vor lässt", erläutert der Bürgermeister. Während des jüngsten Innenstadt-Forums der CDU wurde die Idee, die Gärten von der Florastraße aus zu erschließen, vorgestellt. "Die neue Planung berührt die Gärten der Vom-Stein-Straße nicht. So sind die Anwohner nicht mehr betroffen", sagt Hoffmann.

CDU-Stadtverbandsvorsitzender André Heryschek begrüßt das Vorhaben, weitere "Baulücken in der Innenstadt zu schließen. Wichtig ist jedoch, dass die Bürger eingebunden werden. Zuletzt hat die Verwaltung Verunsicherung und Emotionen der Anwohner geschürt", erklärt er. Regina Nawrot rät dazu, den "Bürgerwillen dringend mehr zu berücksichtigen. Eine Schließung von Baulücken ist sinnvoll. Durch die massive Kritik von der Vom-Stein-Straße sollte man sich aktuell aber eher zurückhalten."

Der Planungs- und Umweltausschuss wird sich am 17. Mai mit dem Thema Florastraße befassen. "Dort erhoffe ich mir ein erstes grünes Licht für unsere Idee", sagt Hoffmann. Wird dieses erteilt, könnte bald die nächste Entscheidung zur Innenstadt-Verdichtung anstehen: Anwohner der Römerstraße können sich vorstellen, dass in ihren Gärten gebaut wird. "Das hat unser Innenstadt-Forum gezeigt", fasst Heryschek zusammen. Dass Anwohner teils großes Interesse haben, bestätigt Erik Lierenfeld (SPD): "Es muss allerdings im Dialog mit den Bürgern geklärt werden, ob das die einhellige Meinung ist." Vorstellbar wäre die Bebauung: "Das war vor Jahren schon einmal Thema", weiß Hoffmann.

(NGZ)