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Dormagen: In Dormagen fehlt Bauland

Dormagen : In Dormagen fehlt Bauland

Der Zuzug junger Familien soll die Auswirkungen des demografischen Wandels stoppen. Baugrundstücke sind in Dormagen allerdings Mangelware. Die NGZ erklärt, wo noch Platz für neue Häuser ist und wie teuer die Flächen sind.

Eines der begehrtesten Stückchen Land in Dormagen ist nicht mehr als eine staubig-planierte Fläche. 23 Häuser sollen am Flügeldeich in Zons entstehen – fast alle hat der Bauträger noch vor dem ersten Spatenstich verkauft. Viel Platz bleibt nicht in der Stadt – dabei sollte doch der Zuzug junger Familien ein Instrument gegen den demografischen Wandel sein, der die Bevölkerung schrumpfen lässt. Optionen? Kaum.

Noch vor der Bauphase sind am Flügeldeich in Zons fast alle Grundstücke verkauft. Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Im Moment betreut die Stadt Dormagen drei Baugebiete. "Gansdahl II in Delhoven und die Malerviertel I und II", sagt Wirtschaftsförderin Gabriele Böse. Viel Platz ist dort allerdings auch nicht mehr. Von 150 Grundstücken im Gansdahl II hat die Stadt noch zwei im Angebot; das Malerviertel I ist bereits dicht – dort hatte es 48 Grundstücke gegeben –, und auch für zehn der zwölf Flächen im Malerviertel II gibt es Anfragen. Dabei schlagen die Grundstücke in Gansdahl II und Malerviertel II immerhin mit 275 Euro pro Quadratmeter zu Buche, für eine Fläche im Malerviertel I müssten Interessenten 265 Euro berappen – "voll erschlossen", sagt die Wirtschaftsförderin. Die Kirche, Bayer und Privatpersonen würden allerdings noch Grund anbieten, erklärt Gabriele Böse.

Auch im Malerviertel sind Grundstücke Mangelware. Foto: jaz

Der Immobilienmakler Hubert Franzen beurteilt die Lage kritisch: "In Zons ist alles dicht, in Delhoven genauso, in Straberg ist kein Platz, in Delrath und Stürzelberg sieht es ähnlich aus." Von den bestehenden Flächen sei einfach nicht mehr viel übrig. Wer bauen will, muss die Augen offen halten: Möglichkeiten gibt es noch im Bereich Unter den Hecken, geplant sind acht Grundstücke an der Stürzelberger Straße in Zons. Schon länger will die Stadt große Freiflächen im Innenstadtbereich an Flora- oder vom-Stein-Straße "verdichten" – ob das funktioniert, ist noch unklar, die Grundstücke sind in privater Hand. Optionen müssen Altimmobilien sein, Hoffnung ruht zudem auf dem Flächennutzungsplan, an dem Städteplaner Gregor Nachtwey derzeit arbeitet. Das Problem: Wird in der Stadt ein neues Baugebiet ausgewiesen, müssen an anderer Stelle Ausgleichsflächen geschaffen werden. Alternativen? "In Allerheiligen wird mehr angeboten", sagt Franzen, der glaubt, dass die Stadt Dormagen durchaus Kunden an den Stadtteil im Neusser Süden verliert. Auch Maklerin Petra Laufenberg könnte mehr Grundstücke verkaufen. Nachfragen gibt es genug. Präferenzen? "Jeder Ortsteil hat Vorteile", sagt Laufenberg, "bei jungen Familien ist Zons sehr beliebt."

(NGZ)