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Dormagen: WM macht Schaustellern das Geschäft kaputt

Dormagen : WM macht Schaustellern das Geschäft kaputt

Traumhaftes Sommerwetter, strahlende Schützen und ein 4:1-Erfolg gegen England im Achtelfinale: War das ein Super-Wochenende! Die Schausteller auf dem Schützenplatz allerdings fanden weder das Wetter noch den Fußball besonders prickelnd. Fredy Schneider, dessen Achterbahn dieses Jahr Dormagen-Premiere feiert, sagt: "Ich hab zwar keinen Vergleich zum Vorjahr, aber klar ist: Der Sonntag ist komplett ins Wasser gefallen und hat uns sehr viel Geld gekostet. Jetzt müssen Montag und Dienstag schon funktionieren, damit wir auf unsere Kosten kommen. Sonst ist es zu wenig."

"Der Fußball hat uns richtig wehgetan", sagt auch Franz Deinert vom "X-Faktor". Da er mit seinem spektakulären Fahrgeschäft zum ersten Mal in Dormagen antritt, hat auch er keinen Vorjahresvergleich, aber: "Der Sonntag war schwach", sagt Deinert – "obwohl ich eines der Highlights auf dem Platz für Leute von acht bis 70 Jahren betreibe." Noch deutlicher wird Janida Schneider, die mit "Pirates Adventure" ebenfalls erstmals in Dormagen gastiert. "Nicht gut", antwortet sie wie aus der Pistole geschossen auf die Frage nach dem Geschäft. "Die hohen Temperaturen und vor allem die WM haben dafür gesorgt, dass der Sonntag, unser Haupttag, richtig schlecht gelaufen ist. Wir hatten Sonntag weniger als halb so viel Fahrgäste wie Samstag." Auch Gerd-Willy Cremanns vom Knusperhäuschen ist nicht zufrieden. "Der Platz ist insgesamt überbesetzt", sagt er. Bereits seit 25 Jahren komme er zur Dormagener Kirmes. "So schlecht wie in diesem Jahr war das Geschäft hier noch nie", erklärt er. Samstag habe er 30, Sonntag sogar 70 Prozent der Vorjahreseinnahmen eingebüßt.

Heinz Cremer, der ein Karussel betreibt, meint sogar: "Dieses Jahr war aufgrund des Fußballspiels eine Katastrophe. Für eine Kirmes ist das natürlich tödlich." Der allgemeine Trend sei ohnehin schon rückläufig. Dabei findet er, dass Dormagen "als kleines Städtchen eine tolle Kirmes auf die Beine stellt." Starke Einbußen vermeldet auch Michael Schneider, der den "Break Dancer" betreut: "Das gleiche Problem hatten wir allerdings auch schon 2006."

(NGZ)