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Dormagen: Der mobile Manager

Dormagen : Der mobile Manager

Die Jobbezeichnung klingt sperrig: Klaus Jäger, Manager bei Bayer Material Science, soll als Standortverbundleiter die Produktionsstätten Dormagen, Leverkusen und Uerdingen einen. Die Aufgabe wird spannend, aber schwierig.

dormagen/leverkusen Das Büro von Klaus Jäger an der Kaiser-Wilhelm-Allee in Leverkusen ist die Heimat eines Rastlosen. Ein karger Raum mit Schreibtisch, Kartons in der Ecke, nicht viel mehr. Der Computer, ein Laptop — mobil, natürlich — steht auf einer Station. Vielleicht hat die Sekretärin dafür gesorgt, dass wenigstens die zwei Palmen für einen Farbtupfer sorgen.

Der 49-jährige Manager von Bayer Material Science ist erst seit kurzem hier. Und ewig wird er nicht bleiben. Klaus Jäger hat in den vergangenen drei Jahren den China-Standort in Caojing aufgebaut. Ab dem 1. Juli soll er als Standortverbundleiter die Produktionsstätten in Dormagen, Leverkusen und Uerdingen zusammenschweißen. "Für die drei Standorte hat eine Brücke gefehlt", erklärt Jäger.

Sicher jedenfalls scheint: Seine Aufgabe wird spannend, aber auch schwierig. Nicht nur, aber insbesondere aufgrund der erhitzten Diskussion um die CO-Pipeline, die von Dormagen nach Uerdingen führen soll. "Es war uns immer wichtig, die Menschen frühzeitig aufzuklären und zu informieren, daran werden wir aber noch stärker arbeiten", sagt Jäger. Dennoch sei die Investition ein gutes Beispiel für die Integration und Vernetzung der Standorte.

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Im Herbst wird Klaus Jäger nach Dormagen umziehen. Auch ein Gebäude ist schon gefunden. Warum Dormagen? Es liegt in der Mitte zwischen Leverkusen und Uerdingen, außerdem wird die geplante TDI-Anlage für eine Stärkung des Firmensitzes sorgen. Wenn Jäger über seine künftige Aufgabe spricht, fällt auch das Wort "Synergien". Einen Arbeitsplatzabbau werde es aber nicht geben. Stattdessen soll die Schlagkraft der Bereiche Personalwesen, Logistik, Einkauf, Infrastruktur und Rohstoffversorgung erhöht werden.

In China hat er ein Werk auf der grünen Wiese hochgezogen. Er sei beeindruckt gewesen von der Offenheit der Menschen, aber auch von deren Geschwindigkeit und Flexibilität. Klaus Jäger hat während seines Asienaufenthalts auch mit dem Tauchen begonnen. Jäger im geräuschlosen Raum, das kann man sich vorstellen. Der 49-Jährige ist ein ruhiger Typ, der im Gespräch in die Fachsprache der Top-Manager abgleitet, wenn er von "Counsils" spricht und "Business Units". Dabei startete der Leverkusener seine Karriere als Forscher. Nach seiner Promotion im Bereich Atmosphärenchemie hat er auf dem Forschungsschiff "Polarstern" auf dem Atlantik Messungen gemacht. "Damals war das Ozonloch ein großes Thema", sagt Jäger, dessen Umzug nach Dormagen eine Rückkehr ist. Fünf Jahre lang hat er hier in verschiedenen Funktionen gearbeitet. Dass er in eine Handballbundesligastadt zieht, ist kein Nachteil: "Das interessiert mich natürlich als gebürtiger Gummersbacher."

(NGZ)