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Unfall bei Ineos - Sperrung der Bahnstrecke Dormagen-Köln

Chempark Dormagen : Bahnstrecke Dormagen-Köln wird nach Unfall bei Ineos gesperrt

Zwei Bahnwagen sind auf dem Ineos-Gelände entgleist. Der giftige Inhalt muss aus den Waggons entfernt werden. Eine für Mittwoch geplante Sperrung der Bahnstrecke sei auf voraussichtlich Donnerstag verschoben worden. Laut Ineos trat kein Stoff aus, niemand wurde verletzt.

Nach dem Unfall auf dem Werksgelände von Ineos, bei dem am vergangenen Montag bei Rangierarbeiten zwei Kesselwagen mit Ethylenoxid und eine Lokomotive aus nach wie vor ungeklärten Gründen entgleist waren, sind am Mittwoch zunächst die Lokomotive und im Laufe des Nachmittags auch der erste der beiden Kesselwagen wieder auf die Schienen gesetzt worden. Zuvor hatten externe Sachverständige ihre Zustimmung erteilt.

Nach der erfolgreichen Teilentleerung des ersten Bahnkesselwagens sei auch der zweite Bahnkesselwagen durch Umpumpen teilentleert worden, schilderte Ineos, das die Nachbarschaft im Laufe des Tages mit mehreren Nachrichten auf seinen Internetseiten auf dem Laufenden hielt, den Ablauf. Für die Bergung der entgleisten Fahrzeuge waren spezielle Kranwagen angefordert und aufgebaut worden. Bevor der erste Kesselwagen wieder auf die Schienen gesetzt wurde, wurde aufgrund des gefährlichen Inhalts – Ethylenoxid ist ein farbloses, hochentzündliches Gas – nach Abstimmung mit der Deutschen Bahn aus Sicherheitsgründen die nahegelegene Bahnstrecke ab 14.23 Uhr gesperrt. Die Züge der Linie S 11 aus Richtung Köln-Hauptbahnhof endeten bzw. begannen in Köln-Worringen. Aus Richtung Neuss-Hauptbahnhof endeten bzw. begannen die Züge in Dormagen. Die Züge der Linie S6 aus Richtung Essen-Hauptbahnhof endeten bzw. begannen in Köln-Nippes. Als Ersatz wurden drei Busse zwischen Dormagen und Köln-Worringen eingesetzt. Gegen 17 Uhr wurde die Strecke wieder frei gegeben. Im Laufe des Donnerstags soll dann – unter erneuter Sperrung der Bahnstrecke – der zweite Bahnkesselwagen aufgerichtet werden. Ineos entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten.

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Rätselhaft blieb auch am Mittwoch, warum es zu dem Unfall mit dem Zug gekommen war, das sich nach Unternehmensangaben am Montag um 12.01 Uhr ereignet hatte. Ineos hatte dabei noch Glück im Unglück gehabt. Denn es wurde weder jemand dabei verletzt, noch trat etwas von dem Ethylenoxid aus.

Dennoch waren die vergangenen Tage unerfreulich für den Petrochemiespezialisten. Erst am vergangenen Samstagabend hatten mehrere Detonationen auf dem Werksgelände die Menschen in Dormagen und im Kölner Norden in Aufregung und Sorge versetzt. Tatsächlich aber hatte eine Sicherheitseinrichtung so funktioniert, wie sie dies tun soll: Kommt es in einer Produktionsanlage plötzlich zu einem starken Druckanstieg, so zerbrechen in der Anlage sogenannte Berstscheiben. Dabei handelt es sich um Sollbruchstellen. Sie werden als Sicherheitseinrichtung eingesetzt und dienen dazu, das in der Anlage befindliche Gas rasch und sicher aus dem System zu bringen. Bei dem Ereignis am Samstag kam es zur Entzündung des austretenden Gases. Die Flammenbildung war von außen sichtbar, das Feuer erlosch aber schnell.