1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: So arbeitet die Werkfeuerwehr

Dormagen : So arbeitet die Werkfeuerwehr

Das Geschäft der Werkfeuerwehr im Chempark ist die Sicherheit. 1000mal im Jahr rücken die Männer aus, darunter Chemiker genauso wie Bauingenieure. Heute feiert die Wehr ihr 75-jähriges Bestehen mit einem Festakt.

Wie wichtig der Job der Werkfeuerwehr im Chempark Dormagen ist, wurde am vergangenen Montag deutlich. Den Austritt von Chlorwasserstoff beim Chemie-Logistiker Hoyer dämmte die Wehr mit einem Wasserschleier ein. 26 Kräfte waren innerhalb kürzester Zeit vor Ort im Einsatz. Heute feiert die Wehr, die an den nachtblauen Uniformen zu erkennen ist, ihr 75-jähriges Bestehen — und sorgt seitdem auch für die Sicherheit der Bürger in Dormagen.

Auch die Fitness der Feuerwehrleute ist wichtig und wird im Chempark trainiert. Foto: Chempark

117 fest angestellte Brandschützer

Die Experten in Blau der Werkfeuerwehr rücken etwa 1000 mal im Jahr zu Einsätzen aus. Foto: currenta

Wie das funktioniert erklärt Wehrleiter Christoph Wachholz: "117 fest angestellte Brandschützer sind im Chempark Dormagen in zwei Schichten beschäftigt." Jeweils im Ost- und im Westbereich des Chemparks ist eine Feuerwache eingerichtet, hinzu kommt das Löschboot, dass im Uferbereich des Rheins stationiert ist. 20 Fahrzeuge sind für die operative Gefahrenabwehr im Einsatz, Lösch- und Logistikfahrzeuge genauso wie Rettungswagen.

Ein Großteil der Arbeit der Werkfeuerwehr in die Prävention. Die Experten in Blau werden bei Planungen oder Umbauten im Chempark hinzugezogen, wenn Produktverfahren geändert werden.

Im Schadensfall müssen die verschiedenen Rädchen zusammenspielen: Im Standortverbund arbeitet die Werkfeuerwehr mit den Wehren der Chemparks in Leverkusen und Uerdingen zusammen, auch die Feuerwehr der Stadt wird ins Boot geholt. Über Größe und Ausbildung der Werkfeuerwehr befindet die Bezirksregierung Köln. Das System hat sich kräftig verändert in den vergangenen Jahren.

"Neben den Feuerwehrleuten arbeiten als Führungskräfte Chemiker, Bau- und Elektroingenieure, Maschinenbauer und Sicherheitstechniker", so Christoph Wachholz. Seit 2009 ist Feuerwehrmann ein Ausbildungsberuf. Das Stichwort lautet: industrieller Brandschutz. Mit dem Klischee, dass die Werkfeuerwehr nur zu Bränden und gefährlichen Einsätze ausrückt, will der Wehrleiter aufräumen: "90 Prozent ist medizinische Versorgung, zehn Prozent sind Brandeinsätze, technische Hilfe oder Probleme mit Gefahrgütern."

Insgesamt 1000 Einsätze pro Jahr zählt der Wehrleiter. Das war vor 75 Jahren noch anders. 1916 startete die Produktion von Schwefelsäure in Dormagen. 22 Männer arbeiteten ab 1917 bei der Werkfeuerwehr. Offiziell wurde die Werkfeuerwehr indes 1937 zu einem Zug der Berufsfeuerwehr Leverkusen ernannt.

In einem Protokoll des Tages hieß es: "Am 2. Dezember wurde der Werksleitung in Dormagen, die durch Herrn Dr. Hoffmann vertreten war, in Anwesenheit von Herrn Oberingenieur Langenbucher, die fertig ausgebildete Berufsfeuerwehr übergeben."

(NGZ/rl)