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Dormagen: Zwei Verletzte bei Ineos

Dormagen : Zwei Verletzte bei Ineos

Dormagen/Worringen Drei Uhr in der Nacht zu Mittwoch. Das Betriebsgelände von Ineos im Chempark Dormagen liegt in hellem Licht. Im Mittelpunkt die Ammoniakanlage. Zehn Wochen hatte sie zur Revision still gestanden. In dieser Nacht wird sie wieder angefahren. "Es ist wie ein Auto, das komplett auseinander genommen und wieder zusammengesetzt wird, und dann fahren muss", erläutert Geschäftsführer Dr. Patrick Giefers gegenüber der NGZ. Doch irgendetwas stimmt nicht.

Plötzlich stoppen die Maschinen. Alarm wird ausgelöst. Wenige Minuten später Blaulicht an der Anlage. Die Werksfeuerwehr ist schnell zur Stelle. Zwei Mitarbeiter des Ammoniakbetriebs klagen über Augenreizungen und Beschwerden in den Atemwegen. Sie hatten unmittelbar an der Anlage gearbeitet. Sie werden in eine Klinik gebracht und mussten dort stationär verbleiben. "Ihnen geht es wieder besser, aber sie bleiben zur Vorsicht in der Klinik", berichtet Giefers am Mittwoch Mittag.

Was war geschehen? "Offenbar ist es zu einer Leckage beim Anfahren der Anlage gekommen", so Giefers. Die Ursache dafür steht noch nicht fest. Möglicherweise, so wird in der Geschäftsführung vermutet, war ein technisches Ventil defekt. Sachschaden entstand keiner, da die Anlage sofort gestoppt wurde. "Es war eine kleine Menge Ammoniak ausgetreten", berichtet der Geschäftsführer.

Doch immerhin so viel, dass sich die giftige Wolke bilden konnte und die beiden Mitarbeiter in unmittelbarer Nähe verletzte. Der Ineos-Alarmplan funktionierte: Unmittelbar nach dem Unfall setzten sich die Messwagen von Ineos und Chempark-Betreiber Currenta in Bewegung: Sie konnten jedoch keine erhöhten Werte in der Umgebung der Anlage feststellen. Giefers: "Eine Gefahr für die Bevölkerung hat zu keiner Zeit bestanden."

Ammoniak wird vor allem als Bestandteil von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln benötigt, wird aber zum Beispiel auch bei der Entschwefelung von Rauchgasen eingesetzt.

Noch am Nachmittag hatten Giefers und Betriebsratsvorsitzender Siegfried Schulz in einer Ineos Betriebsversammlung erklärt, dass das petrochemische Unternehmen mit rund 2200 Mitarbeitern und 2,6 Milliarden Euro Umsatz vergleichsweise gut durch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise gekommen sei und die Anlagen mit rund 70 Prozent deutlich besser ausgelastet seien als die der Mitbewerber. Dabei zeigte sich der Geschäftsführer mit dem hohen Sicherheits-Niveau am Standort zufrieden. Giefers: "Wir müssen weiter gemeinsam daran arbeiten, jedes auch noch so kleine Unfallereignis zu vermeiden. Sicherheit hat weiter oberste Priorität."

Am Mittwoch wurde die Anlage wieder angefahren — ohne Störungen.

(RP)