Dormagen: Keine Post in der VR Bank

Dormagen : Keine Post in der VR Bank

Der Postservice in Straberg ist schon Geschichte, die Postagentur in Zons schließt zum 31. Juli. Die Post bekundet, beide Standorte erhalten zu wollen und sucht neue Partner. Eine Zusammenarbeit mit der VR Bank lehnt sie ab.

Dormagen/Straberg/Zons Theo Siebers klingt überzeugt. "Die Organisation des Post-Geschäfts und die Annahme von Briefen und Paketen wäre für uns kein großes Problem. Und wir würden neue Kunden in unsere Geschäftsstelle in Zons holen", sagt der Vorstandsvorsitzende der VR Bank Dormagen. Über die Wirtschaftsförderung der Stadt ließ er bei der Deutschen Post anfragen, ob die sich eine Zusammenarbeit mit der Genossenschaftsbank vorstellen könne.

Theo Siebers bedauert die Ablehnung von Seiten der Post. Foto: Archiv

So ließe sich zumindest der Post-Standort Zons erhalten, der am 31. Juli erstmal verloren geht, wie Post-Sprecher Achim Gahr der NGZ bestätigte. "Wir haben den Vertrag gekündigt", sagt dazu Helmut Merkentrop, dessen Frau Renate die Postagentur im Lotto- und Tabakladen betreibt. In Straberg hat die Post bereits zum 26. März den Vertragspartner verloren — wie in Zons spielte dabei die wachsende Unzufriedenheit über die Zusammenarbeit mit der Post eine Rolle. Das macht die Suche nach neuen Partnern nicht einfacher, auch wenn es in Zons bereits einen Interessenten geben soll. Die CDU-Ratsfraktion, die zur jüngsten Ratssitzung am 12. April zu beiden Standorten eine Anfrage an die Verwaltung gestellt habe, brachte für Straberg die Metzgerei Kollenbroich, den Bauernladen Klemper und Getränke Schmidt in die Diskussion.

Die Stadt Dormagen, deren Wirtschaftsförderung sich mit der Post in Verbindung gesetzt hatte, erhielt aus Bonn zunächst die Auskunft, dass eine Unterstützung seitens der Stadt nicht benötigt werde. Anfang Mai aber kam ein Schreiben, in dem sich die Post offen für Vorschläge zeigt. "Wir haben für beide Standorte noch keine Lösung, wollen aber beide erhalten", sagt Post-Sprecher Achim Gahr. Problem: In Straberg und Zons ist die Auswahl an potenziellen Partnern überschaubar. Dies rief die VR Bank auf den Plan. Die Geschäftsstelle der Bank sei einer der wenigen verblieben zentralen Anlaufpunkte in Zons, sagt Theo Siebers. Zunächst habe die Post das Angebot mit Verweis auf unzureichende Öffnungszeiten der Bank-Filiale zurückgewiesen. Doch Siebers kontert: "Wir hätten sogar Geld in die Hand genommen, das Personal aufgestockt und die Öffnungszeiten erweitert." Erst im zweiten Schritt sei deutlich geworden, dass keine Zusammenarbeit mit Banken erwünscht sei. "Die Postbank ist unser größter Partner — das macht die Ablehnung des Angebots sicher nachvollziehbar", sagt Post-Sprecher Achim Gahr.

Theo Siebers zeigt sich von diesem Argument auch nicht überrascht, bedauert aber die Ablehnung. "Wir hätten das gerne mal getestet", sagt er. Immerhin ginge es um eine Grundversorgung der Bürger, die durch die Demografie immer wichtiger werde. Siebers sieht die Politik in der Pflicht: "Die müssen jetzt was für die Bürger tun."

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE