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Dormagen: Strategie gegen Abriss des Horremer Hofes

Dormagen : Strategie gegen Abriss des Horremer Hofes

Um den geplanten Abriss des Horremer Hofes an der Weilerstraße doch noch zu verhindern, will die Interessengemeinschaft (IG) Horrem jetzt erneut Gespräche mit dem Eigentümer, der Baugenossenschaft Dormagen, führen. Im Rahmen einer Mitgliederversammlung hat die IG am Donnerstag ihre Strategie beraten.

Die Mitglieder verständigten sich darauf, den Dialog sowohl mit der Baugenossenschaft als auch mit der Stadt zu suchen und dabei die Rolle eines Vermittlers zu übernehmen. Kurz zuvor hatte der Landschaftverband Rheinland das historische Gebäude in einem Gutachten wegen erheblicher An- und Umbauten neueren Datums als nicht denkmalwürdig bewertet. Die IG Horrem hatte jedoch stets mit der Bedeutung des Hofes als Baudenkmal argumentiert. Mit dem Gutachten "wurde uns der wichtigste Trumpf für den Erhalt des Horremer Hofes genommen", sagte IG-Vorsitzender Christian Clemens. In einem kleineren Arbeitskreis wollen die Mitglieder jetzt alternative Nutzungskonzepte erarbeiten und diese mit der Baugenossenschaft diskutieren. Derzeit nutzt die Baugenossenschaft den Hof als Verwaltungsgebäude. Sie will das Haus abreißen und an gleicher Stelle einen modernen Bürokomplex errichten.

Dafür, dass die Verwaltungsmitarbeiter mit ihren Büros nicht länger in dem historischen Bau bleiben wollen, zeigten die Horremer Verständnis: "Das alte Herrenhaus kann kein modernes Bürogebäude werden. Dafür ist es einfach nicht konzipiert", sagte Heinz Jendrny. Fehlende Toiletten und zu wenig Tageslicht seien unter heutigen Bedingungen nicht akzeptabel. Dennoch müsse es Möglichkeiten geben, im Rahmen eines Gesamtkonzepts für Horrem die alte Bausubstanz zu erhalten und die neuen Büros an anderer Stelle unterzubringen.

Die angesetzten Sanierungskosten für den Horremer Hof im zweistelligen Millionenbereich hält die IG für deutlich zu hoch angesetzt. Ob die Baugenossenschaft als Eigentümerin allerdings tatsächlich zu Gesprächen bereit ist, und ihre Planungen noch einmal überarbeitet, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.

(NGZ)