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Dormagen: Zwei Post-Filialen schließen

Dormagen : Zwei Post-Filialen schließen

Die Post dünnt ihr selbst betriebenes Filialnetz längst aus. Sie setzt auf Service-Stationen im Handel. Nun würden neuen Verträge die Filialen in Zons und Straberg zwingen, zu schließen. Wo es welchen Service gibt, zeigt die NGZ.

Das Geschäft mit der Post lohnt sich nicht mehr. Dieser Meinung ist jedenfalls die Straberger Geschäftsfrau Rosemarie Peters. Bereits Mitte Januar hatte sie gegenüber der NGZ angekündigt, das "Annahmestübchen" mit Post-Filiale am Linden-Kirch-Platz aufzugeben. Wie die Deutsche Post gestern bestätigte, schließt auch die Zonser Filiale an der Stürzelberger Straße. "Uns wurde bekannt, dass die Post die Verträge mit den kleinen Agenturen so ändert, dass sich das Postgeschäft allein nicht mehr lohnt", erklärt Wiljo Wimmer, dessen CDU-Fraktion nun einen Antrag für den Stadtrat zum Umgang mit den Post-Schließungen stellte. Nach Meinung der Union gehöre eine Post-Stelle jedoch zur allgemeinen Nahversorgung. Die NGZ zeigt, welchen Service es in welchem Ortsteil noch gibt.

Seit Jahren dünnt die Deutsche Post ihr selbst betriebenes Filialnetz aus. In Dormagen betreibt sie keine mehr selbst. Auch die Post auf der Rückseite der Rathaus-Galerie nicht. Sie gehört der Postbank. Das Bonner Unternehmen setzt auf Service-Stationen im Einzelhandel. So genannte Post-Filialen und Verkaufspunkte finden sich immer mehr in Büdchen oder Lotto-Annahmestellen. Doch die Händler verkraften die vertraglichen Neuregelungen offenbar nicht. "Das Angebot an Post-Produkten für die Kunden wurde vergrößert – für die Geschäftsleute ist es schlechter geworden", erklärte Rosemarie Peters gegenüber der NGZ. Die Weiterführung ihres Annahmestübchens lohne sich nicht mehr. Im März sei Schluss. Doch davon weiß die Post noch nichts, wie Sprecher Achim Gahr erklärte. "Für Straberg liegt uns bisher keine Kündigung vor", so Gahr weiter. Zu Vertragsinhalten wolle er sich nicht äußern. Nur so viel: "Wir hätten nicht so viele Filialen im Einzelhandel – insgesamt rund 14 000 bundesweit – wenn sich das nicht für beide Seiten rechnen würde."

Er bestätigte jedoch die Kündigung der Zonser Filiale. Zum 31. Juli ende der Vertrag dort. "Derzeit finden Gespräche statt. Wir wollen in Zons auf jeden Fall weiterhin mit der Post präsent sein", so Sprecher Gahr gestern.

"Der Post-Service gehört zur Nahversorgung wie auch Nahrungsmittel", macht Wimmer deutlich. Besonders für ältere Bürger sei es wichtig, fußläufig eine Post-Stelle zu erreichen. Zusammen mit seinen Ratskolleginnen Margret Steiner aus Straberg und Anja Wingerath aus Zons hat er daher einen Antrag für die nächste Ratssitzung an die Stadtverwaltung gerichtet. Die CDU will nun wissen, ob die Verwaltung Möglichkeiten sieht, beide Poststellen dauerhaft zu sichern oder welche Alternativen es aus Sicht der städtischen Wirtschaftsförderung zur Einrichtung von Verkaufspunkten mit eingeschränktem Service bestehen.

(NGZ)