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Dormagen: Gohrer Original wird heute 80 Jahre

Dormagen : Gohrer Original wird heute 80 Jahre

Heinz-Willi Güsgen vollendet heute sein 80. Lebensjahr. Seit gestern Abend bereits wird das Gohrer Original, Spitzname "Knibbel" gefeiert. Sport, Fußball, Politik, Schützen, Städtefreundschaft: Heinz-Willi Güsgen ist überall zu Hause.

Ein Original ist, laut Wikipedia, eine Person, die durch unverwechselbares Verhalten oder andere Eigenschaften einen höheren Bekanntheitsgrad erlangt hat. Eine Beschreibung, die auf "Knibbel" passt: Heinz-Willi Güsgen, der in seinem Heimatort Gohr bekannter ist als jeder Bürgermeister. Das unbestrittene Gohrer Original feiert heute die Vollendung seines 80. Lebensjahres.

Es ist Jahre her, als Güsgen als Trainer der Damen-Mannschaft von SuS Gohr vor einer Bundesliga-Partie im Düsseldorfer Rheinstadion das Vorspiel gegen den SV Lohausen bestritt. Unvergessen blieb weniger der Kick als der Auftritt des Gohrer Tambourkorps, das auf Geheiß von Güsgen ungerührt so lange spielte, bis das Lied auch tatsächlich zu Ende war — obwohl der Schiedsrichter darauf drängte, das Bundesliga-Spiel endlich anpfeifen zu können.

Schon gestern Abend war die Gästeschar groß, die Güsgen im Rahmen des Promispiels zwischen der Rhein-Kreis-Neuss-Auswahl und der Düsseldorfer Fortuna, und die Gratulationscour wird heute nicht abreißen. Güsgen wird viele Geschichten erzählen können. So, als er als SPD-Ratsherr dafür sorgte, dass der Windpark hinter der Mülldeponie errichtet wurde und nicht nahe der Wohnbebauung. Oder über die Anfänge des Gohrer Damen-Fußballs. Dieses Engagement entstand aus einer Karnevalslaune vor über 30 Jahren.

"Das erste Freundschaftsspiel verloren wir gegen Preußen Krefeld mit 0:22", erinnert sich Güsgen. "Ein Jahr später schlugen wir den gleichen Gegner im Niederrheinpokal mit 1:0." Weil viele seiner Kameraden im Herrenteam dieses Engagement belächelten, legte Güsgen das Amt als Spielertrainer der ersten Mannschaft nieder. "Die Damen wurde später Vizemeister in der Niederrheinliga, die Männer stiegen in die Kreisklasse ab."

Seine eigenen Ambitionen auf eine Fußball-Karriere erhielten als junger Mann durch einen Beinbruch den entscheidenden Dämpfer. Güsgen war auch ein Könner an der Tischtennisplatte und lernte das Einmaleins des Boxens. Als ihn seine Mutter Anna per Zufall in einer Boxbude auf der Neusser Kirmes entdeckte, kletterte die resolute Dame in den Ring und verpasste ihrem Heinz-Willi zwei Ohrpfeifen — damit war das Thema erledigt.

Länger als alles andere hält die Freundschaft zum slowenischen Ort Duplek, einem ehemaligen Stadtteil von Maribor. Durch die Heirat seiner Ehefrau Marina, die von dort stammt, lernte er Duplek und seine Menschen kennen und lieben. "Ich bin schon viel herum gekommen. Eine größere Herzlichkeit gibt es nirgends", sagt der 80-Jährige. Er ist Vorsitzender des "Vereins der Freunde Duplek", reist jedes Jahr mindestens einmal nach Slowenien. Seit Montag ist eine Delegation hier, um das 30-Jährige sowie den runden Geburtstags des "Mr. Duplek" zu feiern.

(NGZ/rl)