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Dormagen: SPD stützt die Freiwillige Wehr

Dormagen : SPD stützt die Freiwillige Wehr

Dormagens Sozialdemokraten fordern den Verzicht auf eine Umbenennung der hauptamtlichen Feuerwehr in eine Berufsfeuerwehr. Feuerwehr-Chefin Sabine Voss sucht das Gespräch mit den Löschzugführern.

Die Sparvorschläge von Kämmerer Kai Uffelmann geraten stärker in die Kritik. Jetzt werden auch die Sparvorschläge im Bereich der Feuerwehr politisch angegangen. Die SPD wirft dem Kämmerer vor, die "Interessen der Stadt und seiner Einwohner zu konterkarieren". Fraktionschef Bernhard Schmitt meint den Vorschlag, den hauptamtlichen Teil der Freiwilligen Wehr in Berufsfeuerwehr umzubenennen. Damit könnten, so das Rathaus, 15 200 Euro jährlich gespart werden. Diese Rechnung bezeichnet Schmitt als "verblüffend". Eine Stellungnahme von Feuerwehrchefin Sabine Voss gibt es nicht: "Ich spreche erst mit meinen Löschzugführern."

Dormagens SPD befürchtet durch eine Umbenennung erhebliche negativen Folgen. Schmitt: "Denn mit so einem Schritt ist auch eine Änderung der bestehenden Struktur, ein Eingriff in das Mitspracherecht der Freiwilligen Feuerwehr und eine damit verbundenen Abwertung des ehrenamtlichen Engagements der Brandschützer verbunden." Was den Sozialdemokraten besonders ärgert ist die Tatsache, dass die Wehrführung den "Umbenennungs"-Vorschlag nicht mit den Löschzugführern der Freiwilligen Feuerwehren vor Ort diskutierte und diesen die Entscheidung auch nur in einem kurzen Gespräch mitgeteilt hat.

In einem offenen Brief hatten die acht Löschzugführer ihre "tiefe Besorgnis" über die Vorgänge in der Feuerwehr ausgedrückt. Auch sie halten die genannten Einsparungen für auf Dauer nicht gesichert. Sie vermissen "Respekt und Vertrauen" und sprechen von "Unsicherheit" in den eigenen Reihen. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann kündigte daraufhin ein Gespräch mit den Löschzugführern an. Gestern wollte Feuerwehr-Chefin Voss mit ihnen sprechen: "Ich will mich aus erster Hand bei den Löschzugführern informieren, ehe ich Stellung nehme."

Irritierend findet SPD-Chef Schmitt, dass aus dem Etat 2012 für die Gefahrenabwehr und Gefahrenvorbeugung in Höhe von 3,25 Millionen Euro nur diese eine Maßnahme für ein Einsparpotenzial herausgepickt wurde. "Die Löschzugführer sind nicht bei den Einsparüberlegungen ins Boot geholt worden. Wieso nutzt die Wehrführung nicht die Chance, mit den Kenntnissen und dem Fachwissen der Feuerwehren vor Ort, Sparvorschläge zu erarbeiten, die von allen getragen werden können?" Die Forderung der SPD ist klar: Herausnahme der Umbenennung der Feuerwehr aus dem Haushaltssicherungskonzept. Schmitt: "Entscheidungen, die nicht von den Freiwilligen Wehr mitgetragen werden können, wird es mit uns nicht geben."

(NGZ)