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Dormagen: Markt für Fachkräfte wächst

Dormagen : Markt für Fachkräfte wächst

NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider hat am Mittwoch 170 frischen Currenta-Lehrlinge Mut für den neuen Job zugesprochen. Ihre Chancen sind gut. Der Bedarf an Fachkräften wird steigen, einen Mangel gebe es aber nicht.

Konzentriert zieht Jakup Karadeniz (18) eine Feile über das Rohrstück. Der angehende Anlagenmechaniker wird das Bauteil später mit einem anderen Metallstück mithilfe eines Gasbrenners zusammenschweißen. "Diesen Job müssen wir später auch an größeren Anlagen erledigen", sagt Karadeniz. NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) schaut den Lehrlingen derweil in Ausbildungszentrum von Currenta über die Schulter. Er hat selbst Werkzeugmacher gelernt, 1967 war das. "Heute", sagt Guntram Schneider im breitgezogenen Ruhrpott-Dialekt, "gibt es teilweise junge Leute mit abstruuuuusen Vorstellungen: die wollen dann Schlagersänger werden." Der Arbeitsminister schüttelt den Kopf.

170 neue Nachwuchskräfte haben Mittwoch ihren Job bei Currenta in Dormagen begonnen: Chemikanten, Industrie- und Anlagenmechaniker, insgesamt zehn Berufsbilder — 126 der jungen Menschen beginnen eine Ausbildung, 44 Jugendliche nehmen zudem am berufsvorbereitenden "Starthilfe-Programm" teil. "Investition in Wissen wirft die besten Zinsen ab", sagte Currenta-Arbeitsdirektor Joachim Waldi dazu am Mittwoch in einer Ansprache. Und Minister Guntram Schneider fügte später hinzu: "Seien sie selbstbewusst, seien sie karrierebewusst."

Die Chancen für die Azubis sind gut. Ende Juli hatte die Geschäftsstelle Dormagen der Agentur für Arbeit noch 197 Ausbildungsplätze; 94 Bewerber waren im System der Arbeitsvermittler vermerkt. "Ende September sind die meisten Bewerber vermittelt", sagt Agentursprecherin Wencke Petersen-Mehringer, Die Situation in Dormagen sei zudem besser als in anderen Agenturbezirken. Einen Fachkräftemangel fürchtet sie nicht. Petersen-Mehringer: "Wir sprechen von einem erhöhten Fachkräftebedarf, nicht von einem Mangel." Gesucht wird in den Bereichen Alten- und Krankenpflege und bei hochqualifizierten Ingenieurberufen.

Die Stadt Dormagen stellt in diesem Jahr zwei Bürokaufleute, einen Fachinformatiker, drei Inspektoren und zwei Erzieherinnen ein. Schwierig sei es aber nicht gewesen, Kandidaten zu finden, sagt Ulrich Millen, Leiter Zentrale Dienste. In Zukunft könnte es indes komplizierter werden.

Arbeitsminister Schneider ist indes zuversichtlich: "Wir haben gerade für 50 Millionen Euro ein Programm aufgelegt." Die Idee dahinter ist, innerhalb von fünf Jahren Projektideen aus den verschiedenen Bezirken zusammenzutragen. Die Region Dormagen steht zudem gut da in NRW. Und Schneider kennt auch die Prognosen: "Wenn wir nichts machen, fehlen uns 2020 600 000 Fachkräfte in NRW."

(NGZ/ac)