Fazit zum Theatersommer Knechtsteden: Lisa Feller begeistert

Theatersommer Knechtsteden : Mit Lisa Feller endet der Theatersommer

Die Auslastung des Knechtstedener Theatersommers lag bei 74 Prozent. Das Programm für 2020 steht bereits.

Mit der ausverkauften Vorpremiere von Lisa Fellers Programm „Ich komme jetzt öfter“ ging am Samstagabend der Theatersommer Knechtsteden 2019 zu Ende. Wer sich am Ende eines schwül-warmen Sommertags mit Niveau amüsieren wollte, ohne heftige geistige Verrenkungen fürchten zu müssen, war bei Lisa Feller bestens aufgehoben. „Wir waren seit Mai ausverkauft und hätten die Veranstaltung drei Mal füllen können", beschrieb Kulturbüro-Leiter Olaf Moll die Resonanz im Vorfeld. „Ich komme jetzt öfter", lautet der in jeder Hinsicht mehrdeutige Titel von Lisa Fellers neuem Programm, für das in Knechtsteden die erste von etlichen Vorpremieren über die Bühne ging. Die eigentliche Premiere ist erst am 31. Oktober.

Knapp zwei Stunden lang unterhielt die bestens aufgelegte Gastgeberin der ARD-„Ladies Night" das Publikum mit einem Feuerwerk ebenso scharfsinniger wie skurriler Alltagsbeobachtungen, Anekdoten und einer gehörigen Portion Selbstironie. Auch das Publikum bezog sie immer wieder ins Programm mit ein: Auf die Frage, ob denn wohl ehemalige Nachbarn ihrer guten Freundin Gerburg Jahnke anwesend seien, konterte sie den bejahenden Zuruf mit der Frage, wer denn als erster weggezogen sei.

Lisa Feller stammt aus Münster, und da gibt sie Karl Dall die Ehre, der mit seinem Ausspruch: „Münster ist so langweilig, dass selbst die Tauben zum Kacken nach Dortmund fliegen", der Stadt ein aller Voraussicht nach langlebiges Etikett verpasst hat. Männern, die aus reiner Vergesslichkeit am Valentinstag mit dem coolen Spruch aufwarten, sie selbst seien das Geschenk, raubt sie jeglichen Übermut mit der Frage: „Wo ist denn der Kassenbon?" Ansonsten hat sie viel von der Lebensklugheit ihrer Großmutter gelernt: Mit dem Satz „Liebe vergeht, Grundbuch bleibt" verweist sie erbarmungslos auf die harten materiellen Grundlagen einer gelungenen Ehe, die nicht allein zu Großmutters Zeiten galten. Auch der Opa kommt zum Zuge. Auf die Frage der Friseuse, ob es denn „so immer“ sein solle, antwortet er knapp, aber unmissverständlich. „Nein, lautlos.“ Da wusste die Dame Bescheid.

Insgesamt haben mehr als 1000 kleine und große Zuschauer die sieben Vorstellungen in Knechtsteden verfolgt, darunter neben Lisa Feller noch zwei ausverkaufte Vorführungen – die Sommer-Komödie „Singles geben niemals auf“ und den Krimi „Der unerwartete Gast“ mit dem Galerietheater Zons. „Das entspricht einer Auslastung von 74 Prozent. Mit dem Ergebnis sind wir, auch wegen der großen Hitze im Juli, zufrieden“, sagt Kulturbüro-Leiter Olaf Moll. Auf gute Resonanz stießen trotz zeitgleicher Konkurrenzveranstaltungen die beiden Theater-Nachmittage für Kinder mit dem Duo „Fug und Janina“ sowie den Heinzelmännchen. Bereits jetzt steht das Programm für das kommende Jahr mit sechs Abend- und zwei Sonntagsvorstellungen für Kinder vom 24. Juli bis 8. August. Publikumsliebling Lars Redlich und sein Kollege Tino Andrea Honegger eröffnen mit ihrer rasanten Musical-Comedy-Show „Beziehungsweise!“ die beliebte Reihe, gefolgt von der „Psychoparty“ der jungen Kabarettistin Kathi Wolf, dem Galerietheater Zons, der Beziehungskomödie „Paartherapie – gerne Schatz, aber ohne mich“, Frank Fischer mit „Meschugge“ und Sascha Korf mit „..denn er weiß nicht, was er tut“.

Für Kinder treten beim nächsten Theatersommer in Knechtsteden die Akrobatik-Clowns Alex und Joschi mit ihrer Show „Scherz mit Herz“ auf, und das Seifenblasen-Figurentheater zeigt „Frecher kleiner Ziegenfritz!“.

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