Dormagen-Stürzelberg: Vivian Wilson absolviert Mode-Studium in London

Dormagen : Stürzelbergerin meistert Mode-Studium an Top-Uni

Vivien Wilson hat ihren Bachelor-Abschluss an der „University of the Arts London“ gemacht. Die 22-Jährige will abseits des Mainstreams ihren Weg gehen.

„Ich wusste irgendwie schon immer, dass ich an der University of the Arts London studieren möchte, aber ich wusste nie genau was. Das Angebot da ist riesig“, sagt Vivien Wilson, die gerade ihren Bachelor in „Costume for Performance“ (Kostümdesign) absolviert hat. Die Stürzelbergerin erinnert sich noch gut an ihre erste Begegnung mit dem Berufsbild Kostümdesign: „In der Mittelstufe hatte ich einen Kurs, bei dem wir für einen Charakter aus einer Geschichte ein Kostüm entwickeln sollten. Damals wusste ich noch nicht, dass man so etwas überhaupt studieren kann.“

Vivian Wilson mit ihrer Abschlussarbeit, einem Kostüm für den Science-Fiction-Film „Venom“. Foto: Vivian Wilson

2015, direkt nach dem Abi, hat die 22-Jährige entschieden, in Bournemouth, einer Stadt an der Südküste Englands, das „Foundation Diploma in Art and Design“ zu machen. „Da habe ich alle möglichen Bereiche ausprobiert, über klassisches Design bis hin zu der Arbeit mit verschiedenen Medien“, erzählt Wilson. In dieser Zeit beschloss die Stürzelbergerin, dass sie irgendwas mit Mode machen will, aber nichts Kommerzielles: „Ich wollte nie die breite Masse ankleiden.“

Wilson bewarb sich Anfang 2016 mit ihrem Portfolio an der Universität in London. „Darin mussten wir hauptsächlich beweisen, dass wir etwas Neues entwickeln können. Es waren aber auch ein paar meiner Skizzen und frühere Entwürfe und Arbeiten darin“, so Wilson. Sie hätte nie gedacht, dass sie überhaupt zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Doch Wilsons Bewerbung überzeugte: „Die Einladung war für mich schon ein Highlight.“ Dass das Gespräch dann auch noch so positiv verläuft, hätte Wilson vorher nicht gedacht. Als eine von 19 Studenten durfte sie im Herbst 2016 ein Studium an der zweitbesten Uni der Welt für Mode beginnen.

„Erstmal möchte ich jetzt keinen Master machen, vielleicht irgendwann, aber praktische Erfahrungen sind in dieser Branche sehr viel wichtiger“, erzählt Wilson. Während des Studiums sammelte sie schon viel Erfahrung auf diesem speziellen Arbeitsmarkt, zum Beispiel am Set eines Netflix-Films. „In dieser Branche kommen wir eigentlich nur über Kontakte an Jobs.“ Konkret sind diese Jobs an Theatern, beim Tanz oder bei Film und Fernsehen. „Festanstellungen sind hier eher selten, wahrscheinlicher ist, dass man während der Dauer eines Projekts, zum Beispiel eines Filmdrehs, angestellt wird und dort die Kostüme für die Charaktere designed und entwickelt.“ Genau darauf werden die Studenten an der Universität vorbereitet: Pro Halbjahr standen das Lesen und Analysieren von Skripten auf dem Lehrplan. Hier sollen die Studenten Kostüme für einzelne Charaktere designen und planen. Der Praxisteil ist die Umsetzung, also das Schneidern eben dieser Designs.

Für ihre Abschlussarbeit musste Wilson ein Kostüm designen und einen 90-sekündigen Kurzfilm dazu drehen. „Meine Inspiration für das Kostüm war ein Fantasy-Roman von Cornelia Funke. Mein Kostüm sollte für eine Elfe sein, die in dem Buch vorkommt“, erzählt Wilson. Um die Figur genau analysieren zu können, setzte Wilson sich mit Cornelia Funke in Verbindung. Funke beantwortete ihr einige Fragen zu dem Charakter. „Danach war klar, ich brauche ein Kostüm, dass sich durch äußere Einflüsse, wie Wasser verändert.“ Den Film hat sie sehr professionell von einem Filmemacher drehen lassen, das Kostüm trägt eine Tänzerin.

Für ihre gute Abschlussarbeit wurde Wilson nicht nur mit einer guten Note belohnt: Alle Studenten stellten ihre Kostüme einige Tage in London aus. Zu der Ausstellung wurden auch viele Leute aus der Branche eingeladen. Auch die besten Kurzfilme wurden dort gezeigt. Wilsons war dabei. „Das Studium hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich wirklich sehr viel Zeit reinstecken musste.“

Mehr von RP ONLINE