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Dormagen: Dormagen feiert mit Saint André

Dormagen : Dormagen feiert mit Saint André

Vor 40 Jahren wurde die Städtepartnerschaft mit der rund drei Autostunden entfernt liegenden französischen Stadt ins Leben gerufen. Jetzt wird in beiden Städten gefeiert. Am stärksten leben die Sportler die Partnerschaft.

Sie dürfen nicht fehlen, wenn am Samstag die Partnerschaft in einem symbolischen Akt erneuert wird: Die Tanzgarde der Karnevalsgesellschaft Blau-Weiss Nievenheim gehört mit zur Delegation, die am Wochenende in Saint André die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Partnerschaft mit Dormagen begeht.

Vertragsunterzeichnung der Städtepartnerschaft Nievenheim und Saint André am 10. Juni 1972. Foto: Archiv im Rhein-Kreis Neuss

Ebenso die Künstlerin Anne Becker-Küpper mit einer Vernissage in der französischen Stadt. Den runden Geburtstag nutzt die Delegation der Freunde von Saint André, die vom Vorsitzenden Johannes Marx angeführt wird, um gleichsam am Sonntag beim Europafest dabei zu sein, das dort mit Gästen aus Polen und England gefeiert wird.

Erste Weichen 1964 gestellt

1964 war es, als der damalige Amtsdirektor von Nievenheim, Johannes Sticker, die ersten Weichen für einen Kontakt mit der französischen Stadt stellte. Drei Jahre später gab es erste offizielle Begegnungen und am 10. Juni 1972 wurde in Dormagen der Partnerschaftsvertrag zwischen Nievenheim und Saint André unterschrieben. Diese deutsch-französische Verbindung gehört zu den ältesten überhaupt. Und Sticker war 36 Jahre lang der Vorsitzende des Vereins.

Der heutige Chef, Johannes Marx, wurde 1978 Mitglied. Seine Affinität zu Frankreich wuchs ausgerechnet während des Zweiten Weltkriegs durch den sehr engen und freundschaftlichen Kontakt mit einem französischen Gefangenen, der im landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern in der Eifel arbeiten musste. "In den 1970er-Jahren haben wir uns regelmäßig besucht", erinnert sich der heute 69-Jährige. 1987 kam er in den Vorstand, seit sechs Jahren ist er Vorsitzender des rund 170 Mitglieder zählenden Vereins.

Marx setzt stark auf Jugend-Begegnungen zwischen beiden Städten: "Wir müssen junge Menschen heranführen und ihnen den Städtepartnerschafts-Gedanken vermitteln, sonst geht eine solche Verbindung verloren." Gerade über Begegnungen im Rahmen einer Städtepartnerschaft erlebten Schüler die Bedeutung von Fremdsprachen unmittelbar. In den Bereichen Tischtennis, Ringen oder Wandern ist die Partnerschaft noch sehr lebendig, gibt es regelmäßigen Austausch. Marx selbst ist in jedem Jahr ein- bis dreimal in Saint André zu Gast. "Das Legere, die schnelle und gute Organisation — das gefällt mir", sagt der Diplom-Ingenieur, der früher beim Traktorenhersteller IHC in Neuss tätig war. Ende Oktober wird es in Dormagen den Gegenbesuch aus Frankreich geben und hier der runde Geburtstag gefeiert. Sonntags gibt es mit offiziellen Gästen eine Feierstunde im Schützenhaus Stürzelberg mit Musik, Tanz und vielen Gesprächen.

(NGZ/rl)