Neue Städtepartnerschaft ausgebremst

Bedarf wird nicht gesehen : Stadt Dormagen bremst neue Städtepartnerschaft aus

Große Mehrheit des Hauptausschuss sieht keine Notwendigkeit, in der Welt nach neuer Stadt zu suchen.

Saint André, Kiryat Ono, Toro, Duplek - Städte und Orte, mit denen Dormagen freundschaftlich verbunden ist. Sei es durch eine offiziell Städtepartnerschaft, sei es durch eine Freundschaft. Geht es nach der Fraktionsgemeinschaft Ein Herz für Dormagen/Freier Demokratischer Bund könnte aus diesem Quartett durchaus ein Quintett werden. Sie legt den geographischen Rahmen aber viel weiter: Aus Australien, Brasilien oder den USA könnte ein neuer Stadt-Freund kommen. Mit diesem Vorstoß kam die Fraktionsgemeinschaft jedoch nicht allzu weit. Denn die anderen Fraktionen im Hauptausschuss hatten dazu eine gänzlich andere Meinung und lehnten den Antrag schlichtweg ab.

„Partnerschaften basieren auf engagierten Bürgern, Vereinen oder Freundeskreisen“, sagte Rüdiger Westerheide (CDU). „Wichtig ist, dass so etwas Bestand hat.“ Daher müsse eine solche Initiative von einer interessierten Gruppe ausgehen, „die eine Partnerschaft oder Freundschaft auch pflegt“. Abgesehen davon sollte man doch eher aus Europa schauen, eine Stadt in den USA zu suchen sei „nicht zielführend“. Für die Antragstellerin meinte Markus Roßdeutscher, dass eine Weiterentwicklung von solchen Partnerschaften wichtig sei und regte an, den Weg über Schulen zu suchen, weil es dort Kontakte und Austausche in andere Ländern gebe.

Andreas Behncke (SPD) erinnerte daran, dass Partnerschaften durch den Austausch von Menschen untereinander entstanden seinen. „Wenn solche Beziehungen entstehen, dann unterstützen wird es gerne.“ Auch er hielt nicht allzu viel davon, „in der Welt nach Städten zu schauen“. Grünen-Fraktionsvorsitzender Tim Wallraff wollte die Schulen nicht mit ins Boot nehmen, „wir können nicht von oben herab  etwas verordnen“. Erster Beigeordneter Robert Krumbein versicherte, dass wohlwollend geprüft und unterstützt werde, wenn „Ideen und Vorschläge an uns heran getragen werden“.

Die Ausschussmitglieder konnten sich darüber hinaus informieren, welche Veranstaltungen und Kontakte es in diesem Jahr noch geben werde. Der intensivste Austausch besteht zu Saint-André. Im Juli werden unter anderem Boule-Spieler aus Zons dorthin reisen, im September werden Mitglieder des Vereins „Freunde von Saint-André“ sich mit Mitgliedern der „amis de Dormagen“ in Lille treffen. Der Kochclub Zons war im Juni in der spanischen Partnerstadt Toro, im November gibt es den nächsten Schüleraustausch zwischen dem BvA-Gymnasium und der High-School in Kiryat Ono.

(schum)
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