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Dormagen: Die Mutter der Teddybären

Dormagen : Die Mutter der Teddybären

Schon immer war Barbara Schöpke von Teddybären fasziniert. Seit vier Jahren stellt sie die Plüschtiere in allen Farben, Formen und Größen selbst her – doch nicht als Spielzeug, sondern als Kunstobjekt.

Schon immer war Barbara Schöpke von Teddybären fasziniert. Seit vier Jahren stellt sie die Plüschtiere in allen Farben, Formen und Größen selbst her — doch nicht als Spielzeug, sondern als Kunstobjekt.

Mit Luzie fing alles an —keck schaut der gelbe Stoffteddy mit der roten Latzhose und den Spangen im Haar drein, den Barbara Schöpke vor vier Jahren erstanden hat. Heute stellt sie selber die flauschigen Kinderspielzeuge her, variiert dabei liebevoll die Größe und Farben mit verschiedenen Augentypen.

Selbst die Kleidung wird bei vielen Teddys selbst genäht, denn "keiner soll dem anderen gleichen", wie die Frührentnerin betont. Der Kreativität werden dabei keine Grenzen gesetzt: Rote, braune, gelbe und lilafarbene Bären stehen und sitzen im ganzen Wohnzimmer auf Regalbrettern und auf dem Ofen. Im Wintergarten des Hauses dürfen sogar zwei in kleinen Schaukeln hin und her schwingen, während ein anderer auf einem Motorrad sitzt — natürlich in rockiger Lederweste.

Die Bärenbauerin und ehemalige Krankenschwester hatte schon vor 30 Jahren einmal einen Workshop zum Teddybau besucht. Doch erst durch Astrid Konitzer, die "Bärenmutter" von Luzie, wurde das Interesse wieder geweckt und sie trat in den Bärenclub Dormagen ein.

Dort tauschen sich die Mitglieder über ihr gemeinsames Hobby aus und geben Tipps, denn Teddy ist nicht gleich Teddy. "Jede Größe hat ihre eigenen Herausforderungen", weiß Schöpke. "Der Kopf aber ist das schwierigste. Wenn hier die Naht nicht in der Nasenspitze endet, sieht man das sofort."

Acht Stunden sitzt die 55-Jährige in der Regel an einem ihrer Lieblinge, die sie auch bei Märkten ausstellt und privat an Liebhaber verkauft. Dass es ihr manchmal weh tut, die Bären abzugeben, kann Barbara Schöpke nicht leugnen. "Dann habe ich aber wieder Platz für einen neuen", sieht sie es positiv — bei über 200 Stoffteddys in ihrem Haus ist nämlich kaum noch Raum für Zuwachs.

Dazu gesellen sich Bärentassen, Bärenhandtücher sowie Tischdecken mit Teddybärenmuster und eine Bärenuhr im Wintergarten — ganz wie man es bei einem Teddybärenfan erwartet. Einige Exemplare bekommen auch Namen, wie der blaue Klaus, der nach Herrn Schöpke benannt wurde.

Auch nach vier Jahren und zahlreichen hergestellten Bären perfektioniert die Stürzelbergerin immer noch ihr Handwerk. Durch verschiedene Augen- und Ohrformen und -positionen soll den Teddys ein eigener Ausdruck ins Gesicht gezaubert werden. Wenn das dann erreicht ist, rücken die Bären auf den Regalbrettern noch etwas zusammen und nehmen den neuen Kollegen in ihrer Mitte auf.

(NGZ)