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Dormagen: 18 Millionen für neue Jobs

Dormagen : 18 Millionen für neue Jobs

Rhenus Logistics und Misapor bauen gemeinsam an der Edisonstraße ein Werk zur Herstellung des Bau- und Dämmstoffes Misapor aus altem Glas. Investition rund 18 Millionen Euro, über 25 neue Arbeitsplätze.

Wer hat's erfunden? Die Schweizer natürlich. Wo wird es hergestellt? In Dormagen. Zumindest ab Frühjahr kommenden Jahres. Gestern legten Vertreter der Rhenus Logistics und des Schweizer Baustoffherstellers Misapor auf dem Eckgrundstück Edisonstraße /B 9 in St. Peter den Grundstein für ein hoch interessantes Gemeinschaftswerk. Dort sollen ab Frühjahr 2011 rund 250 000 Kubikmeter Glasschaumschotter jährlich hergestellt werden. Investiert werden laut Projektleiter Johann Wilhelm Groß (60) rund 18 Millionen Euro.

Eine Bautechnologie der Zukunft – gewonnen aus 50 000 Tonnen Glasmehl aus Altglas. Und das ist in St. Peter durch die große Recyclinganlage des Unternehmens GRI in großen Mengen vorhanden. Von dort aus wird das recycelte Altglas praktisch über den Zaun zu der neuen Anlage gebracht, wo es zunächst in der vermutlich größten Dormagener Mühle gemahlen wird. Anschließend wird das gemahlene Altglas nach einem patentierten Verfahren bei 900 bis 1000 Grad erhitzt und mit rein mineralischen Zusatzstoffen versehen.

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Was herauskommt ist ein idealer Bau- und Dämmstoff. Misapor-Vorstand Daniel Engi: "Misapor ist mit nur zehn Prozent des Gewichts von Kies extrem leicht, aber dank der hohen Porendichte dennoch außerordentlich druckfest. Misapor ist formstabil, verrottet nicht und dämmt aufgrund der eingeschlossenen Luft hervorragend. Zudem nimmt es kein Wasser auf, trocknet schnell, ist feuer- und hitzebeständig, geruchlos und resistent gegen Umwelteinflüsse." Engi: "Das ist höherwertiger als das Ausgangsmaterial. Ein ideales Bau- und Dämmemittel vom Straßenbau bis zum Flachdach. Und das verkauft sich gut: Misapor mit Sitz in Graubünden verzeichnet jährlich zweistellige Zuwachsraten. Produziert wird vornehmlich in der Schweiz, Dormagen ist der erste Produktionsstandort in Deutschland. Das Vertrauen in das Unternehmen ist groß: Das Projekt hat offenbar die volle Unterstützung der WGZ-Bank. Insgesamt werden direkt 25 neue Arbeitsplätzen entstehen, 30 weitere im Umfeld.

Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann betonte gestern bei der Grundsteinlegung, dass dieser Betrieb für Dormagen ungemein wichtig sei. "Wir brauchen auch produzierendes Gewerbe, das gewerbliche Arbeitsplätze schafft."

Das Projekt leitet Johann Wilhelm Groß aus Grevenbroich. Er lebt geradezu mit dem Bau mit. Und auch bei der Ausschreibung gingen Unternehmen aus der Region als Sieger hervor: Bauunternehmen ist die ARGE Pick/Reuter ebenfalls aus Grevenbroich.

(NGZ)